Rezension zu „Fangirl“ von Rainbow Rowell

Gebundene Ausgabe: 459 Seiten
Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (24. Juli 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3446257009
Originaltitel: Fangirl
empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 18,00€
auch als E-Book erhältlich

 

 

Erwachsen werden mit Hindernissen

Inhalt:
Die Zwillinge Cath und Wren haben immer alles zusammen gemacht, erst recht, seit ihre Mutter sie im Alter von acht Jahren verlassen hat. Und für Cath sollte es am liebsten auch so weitergehen. Doch Wren will sich abnabeln und im neuen Lebensabschnitt – College – eigene Wege gehen. Während sie sich amüsiert, zieht sich Cath immer mehr zurück und widmet sich ihren Fanfiction-Geschichten. Dabei bemerkt sie zuerst gar nicht, dass es in ihrer Umgebung ganz süße Jungs gibt …

Meine Meinung:
Rainbow Rowell hat einfach einen ganz tollen einfühlsamen, aber auch locker zu lesenden Schreibstil. Damit zieht sie einen tief in ihre Geschichten hinein. Von der ersten Seite an war ich von „Fangirl“ gefesselt.

Erzählt wird aus Caths Perspektive in der 3. Person. So erlebt man ganz nah an ihrer Seite den ersten Tag am College, die Zurückweisung durch ihre Zwillingsschwester und all die Ängste, mit denen Cath sich plagt. Sie tut sich sehr schwer allein in ihrem neuen Umfeld. Ein Leben lang war sie wohl eher das Anhängsel ihrer Zwillingsschwester und konnte sich auf diese verlassen. Mit den vielen neuen Eindrücken und Personen ist sie hoffnungslos überfordert. Da wundert es einen nicht, dass sie sich lieber ihrer Fanfiction zu „Simon Snow“ zuwendet, mit der sie seit Jahren erfolgreich ist. Dabei bekommt sie gar nicht wirklich mit, dass da Menschen sind, die sich um sie bemühen. Zum Beispiel ihre Zimmergenossin Reagan, die zwar immer ein bisschen mürrisch und kalt wirkt, im Grunde aber ein prima Kumpel ist. Oder deren Freund Levi, der total süß und unglaublich lieb ist.

Es dauert, bis Cath beginnt, sich zu entwickeln. Meinetwegen hätte das ruhig etwas schneller gehen dürfen. Natürlich mussten erst einige Dinge passieren, damit das in die Gänge kommen konnte, aber ich empfand das auf der Stelle treten einfach als zu lang.

Da Simon Snow eine große Rolle in Caths Leben spielt, war es nur folgerichtig, einige Simon Snow-Szenen in die Fangirl-Handlung einzubauen. Nur leider störte dies meinen Lesefluss doch etwas. Und kurz mal so eine Szene aus dem Zusammenhang herausgerissen, ist einfach nicht so prickelnd. Ich habe immer wieder versucht, Verknüpfungen der Simon Snow-Szenen mit der Haupthandlung zu finden. Aber leider ist mir das nicht immer gelungen – manche wirken wie hingeworfen.

Insgesamt ist „Fangirl“ ein wirklich schönes Jugendbuch über das Erwachsenwerden, die erste Liebe und natürlich über das Schreiben. Die besondere Familienkonstellation von Cath gibt dem Ganzen den besonderen Pfiff und einige zusätzliche Probleme, die es zu lösen gilt. Und wer nun neugierig auf die ganze Geschichte von Simon Snow ist, darf sich freuen, denn diese erscheint wenige Tage nach „Fangirl“ bei dtv in der Reihe Hanser unter dem Titel „Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow“. Eine Leseprobe findet man auf den letzten Seiten von „Fangirl“.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Hanser Verlag und vorablesen für das Rezensionsexemplar.

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