Rezension zu „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Diogenes (24. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3257069587
Preis: 22,00€
auch als Hörbuch erhältlich

 

 

 

Leider nicht mein Buch

Nachdem „Vom Ende der Einsamkeit“ hoch gelobt wurde und ich auch bereits „Spinner“ und „Fast genial“ von Benedict Wells mit Genuss gelesen habe, dachte ich, ich könnte mit diesem Buch gar nichts falsch machen. Doch leider ist dem nicht so.

Mit dem Anfang konnte der Autor mich noch für sein Werk interessieren. Hier lernen wir die deutsch-französische Familie Moreau kennen, die Eltern und die drei Kinder Marty, Liz und Jules. Als der Jüngste, Jules, aus dessen Perspektive erzählt wird, gerade einmal zehn Jahre alt ist, kommen die Eltern bei einem Autounfall ums Leben. Die drei Kinder müssen ins Internat, zwar in dasselbe, aber trotzdem verlieren sie sich dort vollkommen aus den Augen. Jeder ist auf sich allein gestellt und versucht auf seine ganz eigene Weise, mit dem Verlust und der Einsamkeit zurechtzukommen.

Da Jules in der 1. Person erzählt, kommt man eigentlich nur ihm wirklich nahe. Die anderen Charaktere werden nur immer wieder am Rand gestreift. Das gefiel mir nicht so gut. Zuweilen wirkten speziell Marty und Liz ziemlich stereotyp. Zwar war mir Jules recht sympathisch, aber ich konnte vieles doch nicht nachvollziehen, was er machte. Er irrt durchs Leben, verliert seine Jugendfreundin, die ihm als Einzige Halt geben konnte und hadert immer wieder mit seinem Schicksal, bis ihm gegen Ende die Erleuchtung kommt:

Noch stärker als meine Geschwister habe ich mich gefragt, wie sehr mich Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend bestimmt haben, und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin. (S. 337)

Die letzten ca. fünfzig Seiten konnten mich wirklich begeistern, doch die Stecke zwischen Anfang und Ende war anstrengend. Mit den vielen Zeitsprüngen (die Handlung deckt ca. dreißig Jahre ab) kam ich nicht gut klar. Zwar gibt es immer wieder Rückblicke auf das, was in den Lücken geschah, aber für mich war das zum Teil ein ziemliches Durcheinander und auch nicht immer spannend. Vieles ist vorhersehbar, vieles wird wiederholt, und so ziehen sich die Seiten unnötig.

★★★☆☆

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3 Gedanken zu “Rezension zu „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

    • Ich möchte mit meiner Rezension auch gar niemanden vom Lesen abhalten. Jeder hat ja einen anderen Geschmack. Und die vielen positiven Rezensionen sprechen ja eigentlich auch für das Buch. Aber meins war’s halt einfach nicht 😉

      Gefällt 1 Person

  1. Hi Lilli,

    ich freue mich, mal eine andere Meinung zu diesem Buch zu lesen, dass wirklich in aller Munde war. Mich hatte bisher auch der hohe Preis abgeschreckt und ich war unsicher, ob das Buch dem Lob und meinen damit einhergehenden hohen Erwartungen gerecht wird. Mal sehen, wann/ob es sich ergibt, dass ich dieses Buch lese. Vielleicht starte ich erstmal mit einem anderen von ihm 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

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