Rezension zu „Stalky & Co“ von Rudyard Kipling

Gebundene Ausgabe: 436 Seiten
Verlag: Haffmans Verlag (2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3251203193
Originaltitel: Stalky & Co.

 

 

 

 

Ein unbekannter Kipling

Wenn man den Namen Rudyard Kipling hört, denkt man in der Regel sofort an „Das Dschungelbuch“, wobei die meisten auch davon nur den Film kennen dürften oder ein Bilderbuch. Allenfalls „Kim“ haben manche Menschen außerdem schon gehört, aber wahrscheinlich nicht gelesen. So ist das Werk des Engländers Rudyard Kipling in seiner Gesamtheit doch eher unbekannt.

Auch ich wäre wohl nie auf die Idee gekommen, etwas von diesem Autor zu lesen, würde ich nicht bei der LovelyBooks Themen-Challenge mitmachen. Hierbei ist eine Aufgabe, ein Buch eines Literatur-Nobelpreisträgers zu lesen. Von all diesen – man möge mir verzeihen – angestaubten Herrschaften schien mir Kipling noch am interessantesten. Er erhielt den Nobelpreis im Jahr 1907.

„Stalky & Co“ erschien zuerst 1899 bei Macmillan & Co. in London und Doubleday & McClure Co. in New York. Danach gab es immer wieder Neubearbeitungen, neue Zusammenstellungen der enthaltenen Erzählungen und auch Neuübersetzungen. In Deutschland wurde „Stalky & Co“ erstmals 1909 veröffentlicht, allerdings in anderer Zusammenstellung als in der vorliegenden Ausgabe.

Das Buch trägt stark autobiografische Züge. Kipling erzählt darin aus seiner Schulzeit in einem Internat in North Devon, dem United Services College von Westward Ho!, wobei er seiner dichterischen Freiheit aber wohl viel Raum ließ. Es sind einzelne Episoden aus dem Schulalltag, Streiche, die die Schüler den Lehrern oder anderen Schülern spielen, auch mal eine minutiös erzählte Lateinstunde (mit dem vollen Übersetzungsgestammel eines Schülers). Auch wenn die einzelnen Geschichten nicht direkt zusammenhängen, sieht man doch einen roten Faden. Die Protagonisten (Stalky, McTurk und Beetle) werden immer älter und reifer.

Ich hatte anfangs große Probleme mit dem Schreibstil und der Sprache. Man merkt eben, dass es doch ein sehr altes Buch ist. Die Sprache ist sehr umständlich, hochgestochen; dann wird aber auch wieder ein fürchterlicher Dialekt gesprochen, wo man zweimal hinschauen muss, um den Sinn hinter den Wörtern zu begreifen.

Zwar fand ich die Erzählungen meistens ganz interessant, vor allem wirkten sie sehr authentisch, aber so, wie ein anderer Rezensent meinte, er wäre gerne auf diese Schule gegangen, empfinde ich bei Weitem nicht. Denn dort wurde geprügelt, was das Zeug hält, Tiere wurden gequält und die Neuen gepiesackt bis aufs Blut. Die Schüler fanden das normal. Auch die Willkür der Lehrer wurde klaglos akzeptiert. Naja, nicht ganz. Sie wurde durch Streiche geahndet. 😉

Fazit:
Es war einerseits interessant, mich durch dieses Buch zu arbeiten, um einen Einblick in die Welt vor über hundert Jahren zu bekommen, andererseits hat es mir aber auch einiges abverlangt. Ein reines Lesevergnügen war es nicht.

★★★☆☆

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