Rezension zu „Meine Mutter, sein Exmann und ich“ von T.A. Wegberg

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (10. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499217593
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 12,99€
auch als E-Book erhältlich

 

 

Ein tolles Jugendbuch zu einem besonderen Thema

Inhalt:
Joschka ist fünfzehn, als seine Mutter eine geschlechtsangleichende Operation durchführen lässt, denn sie lebt nun als Mann und heißt Frederik. Im Gegensatz zu seiner Zwillingsschwester Liska tut Joschka sich sehr schwer damit, fühlt sich im Stich gelassen, traut sich nicht, es seinen Freunden zu erzählen aus Angst, zum Gespött der ganzen Klasse zu werden. Erst andere Geschehnisse helfen ihm, sich mit seiner Beziehung zu Frederik auseinanderzusetzen.

Meine Meinung:
Ich finde dieses Jugendbuch des Berliner Autors T.A. Wegberg sehr gelungen. Mit einfachen Worten bringt er seinen Lesern ein komplexes Thema nahe. Dabei lässt er den Protagonisten Joschka in der Ich-Form erzählen. Die Kapitel sind sehr kurz – zusammen mit der relativ einfachen, aber nicht zu einfachen Sprache, wirkte der Text auf mich zuweilen ähnlich wie Tagebucheinträge eines Jugendlichen, zumal es auch immer wieder kurze Zeitsprünge in der eigentlich fortlaufenden Handlung gibt. Dadurch ist das Buch sehr locker zu lesen. Man kann es auch zwischendurch gut weglegen und findet später problemlos wieder den Anschluss.

Joschka war mir anfangs weder sympathisch noch unsympathisch, obwohl er sich Frederik gegenüber recht mies verhält. Aber ich konnte sehr gut nachvollziehen, was seine Probleme mit Frederiks Identität sind. Für einen Jugendlichen in der Pubertät, wo Freunde oft wichtiger als die Familie sind, ist es sicher nicht einfach, damit klarzukommen, wenn sich seine Mutter derart verändert. Dass Frederik trotzdem derselbe Mensch bleibt, muss Joschka sich erst nach und nach klarmachen.

Joschka macht im Laufe des Romans eine ganz enorme Entwicklung durch, verliebt sich, wird ein guter Freund, lernt neue Menschen kennen, wird einfach ein ganzes Stück erwachsener. Dies zu verfolgen, hat mir viel Spaß gemacht. Es geht ganz allmählich vor sich und passt sich gut in das Rahmenthema ein. Dabei geht nicht immer alles glatt, es kommen verschiedene Emotionen hoch, und ich musste mir sogar mal eine rührselige Träne aus dem Augenwinkel wischen.

Mit meiner Schwester und meinen beiden Eltern an einem Tisch zu sitzen, ihre Stimmen zu hören, zu sehen, wie sie gemeinsam lachen – das ist alles so vertraut wie ein Lieblingspullover. Allerdings einer, der schon lange zu klein geworden ist und den man nie wieder wird anziehen können. (S. 70)

Doch nicht nur Joschka ist als Protagonist eine tolle Figur, auch manche Nebenfigur wie zum Beispiel Frederik, Emma, Sebastian und Boris fand ich sehr gut ausgearbeitet und zu ihrer Rolle in dieser Geschichte hervorragend passend.

Das Buch ist fast durchgehend sehr kurzweilig und mit etlichen Prisen Humor geschrieben, sodass ich gerne viereinhalb Sterne gebe. Einen halben Stern gibt es für das wichtige Thema noch gratis dazu. 🙂

Insgesamt ein tolles Jugendbuch für Jungen und Mädchen ab ca. 14 Jahren, das ich mir auch gut als Schullektüre vorstellen könnte.

★★★★★

Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.

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