Rezension zum Hörbuch „Good as Gone“ von Amy Gentry

Format: 1 MP3 CD
Länge: Gekürzte Lesung, Laufzeit 7h 31min
Sprecher: Nellie Thalbach und Anna Thalbach
Verlag: der Hörverlag (27. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3844525403
auch als broschiertes Taschenbuch und als E-Book erhältlich

 

Kein Thriller, aber trotzdem eine gute Geschichte

Inhalt:
Die 13-jährige Julie wird aus ihrem Elternhaus entführt. Ihre jüngere Schwester Jane ist die einzige Zeugin. Acht Jahre später steht eine junge Frau vor der Haustür und behauptet, Julie zu sein. Doch bald ergeben sich Zweifel daran …

Meine Meinung:
Gleich zu Anfang ist die Spannung sehr hoch. Wir erleben Julies Entführung und Janes Ängste hautnah mit. Leider flacht die Spannungskurve dann bald ab, um erst gegen Ende wieder anzusteigen. Der Mittelteil ist doch ein klein wenig langatmig und auch verwirrend, bis man kapiert hat, wer die vielen Frauen sind, die hier zu Wort kommen und was sie miteinander zu tun haben.

Ein Großteil der Handlung wird aus Annas Sicht erzählt, und zwar in der Ich-Form. Anna ist Julies und Janes Mutter. Dieser Part wird im Hörbuch genial interpretiert von Anna Thalbach. Ich finde zwar ihre Stimme ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber sie kann mich locker bei der Stange halten, ohne dass ich einschlafe oder mit den Gedanken abschweife. Sie liest sehr energisch, legt ganz viel Gefühl in den Charakter, rasante Stellen werden im Turbotempo, aber doch gut verständlich gelesen, sodass man als Zuhörer einfach mitgerissen wird.

Julie und die anderen Frauen/Mädchen werden von Nellie Thalbach gesprochen. Sie liest nicht schlecht, aber ein wenig mehr Pathos könnte nicht schaden. Außerdem nervte es mich auf Dauer, dass sie oft „ü“ statt „i“ sagt, also zum Beispiel „ürgendwann“, „Pfürsich“, „Tüsch“ oder „würkte“. Ich gebe aber zu, dass ich in dieser Hinsicht etwas überempfindlich bin.

Während Annas und Julies Kapitel in der Gegenwart spielen, beleuchten die anderen die Geschehnisse während der vergangenen acht Jahre. Anna versucht in der Gegenwart mehr über die angebliche Julie herauszufinden, als Leser erfahren wir vieles aus den Erzählungen von Violet, Esther und Co. So nähert sich die Geschichte von zwei Seiten ihrem Knackpunkt. Und der hat es wirklich in sich. Die Auflösung ist ziemlich haarsträubend und berührend, nicht unbedingt wahrscheinlich, aber doch in sich logisch und nachvollziehbar.

Fazit:
Das Hörbuch „Good as Gone“ hat mir ein paar schöne Stunden beschert. Teilweise spannend, teilweise berührend, wird die Geschichte einer Kindesentführung aufgedeckt. Besonders Anna Thalbach hat mir dabei als Sprecherin der Mutterrolle imponiert.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Hörverlag und das Bloggerportal, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten.

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