Rezension zu „Drei Meter unter Null“ von Marina Heib

fullsizeoutput_1b3cGebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453271111
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

 

 

Ein etwas anderer Thriller

Inhalt:
Schon als Kind war sie nicht wie die anderen. Doch das war egal. Sie war trotzdem glücklich. Erst das, was sie vor zwei Jahren im November erfuhr, machte sie zur Mörderin. Sie wird ihre Liste abarbeiten. Sie kennt keine Gnade. Sie will Rache.

Meine Meinung:
Ein Thriller komplett aus der Sicht des Mörders bzw. der Mörderin ist schon etwas Ungewöhnliches. Ich musste mich erst mal mit dieser Perspektive anfreunden. SIE erzählt in der Ich-Form von ihrer Kindheit, von ihren Eltern, die sie bedingungslos liebten und die sie ebenso liebte. Und sie erzählt von ihrer Jagd auf die Wölfe. Wölfe – als solche sieht sie ihre Opfer. Raubtiere, Monster, die es nicht anders verdient haben. (Kleine Anmerkung: Damit wird den echten Wölfen sehr unrecht getan, aber sei’s drum.)

Anfangs fand ich die Erzählung einfach nur interessant und nicht gerade hochspannend. Abwechselnd wird die Entwicklung des Kindes zur jungen Frau und die Erledigung eines „Wolfes“ geschildert. Bis über die Hälfte des Buches tappt man dabei im Dunkeln, welche Verbindung zwischen ihr und den Gejagten besteht. Als ich die Hintergründe dann erfuhr, sprang mich das Grauen an. Die Geschichte ist zwar nicht wirklich neu, aber die Art, wie sie hier erzählt wird, ging mir doch ziemlich unter die Haut.

Das Beste ist dann die Überraschung gegen Ende des Thrillers. Ich fieberte gerade dem letzten Mord entgegen, als etwas völlig Unvorhersehbares geschieht. Hier hat mich Marina Heib vollkommen kalt erwischt und schockiert.

Mir gefiel auch der Schreibstil sehr gut. Die Mörderin ist sehr intelligent und belesen. Entsprechend elaboriert ist ihre Ausdrucksweise. Sie verwendet öfter Fremdwörter und drückt sich eher gewählt aus. Es ist trotzdem einfach zu lesen.

Fazit:
„Drei Meter unter Null“ weicht vom üblichen Thriller-Schema ab, da komplett aus der Sicht der Mörderin erzählt wird. Hierbei erhält man unweigerlich Einblick in die seelischen Abgründe des Bösen. Eine latent ungute Grundstimmung sorgt für unterschwellige Spannung, die sich immer weiter erhöht. Ich kann diesen Roman für Freunde des Besonderen empfehlen.

★★★★☆

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

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