Rezension zu „Die Mühle“ von Elisabeth Herrmann

fullsizeoutput_1a96Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbt (29. August 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570164235
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 17,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

 

Spannend und beklemmend bis zur letzten Seite

Inhalt:
Vor Jahren schwärmte Lana an ihrer alten Schule für die angesagte Clique um Johnny. Zufällig fällt er ihr an ihrer Uni regelrecht vor die Füße und muss ins Krankenhaus, sodass er eine anonyme Einladung nach Karlsbad nicht wahrnehmen kann. Kurzentschlossen überlässt er sie Lana und diese fährt dorthin, um sich mit der alten Clique zu treffen. Doch das Wochenende entpuppt sich als der reinste Horrortrip, es wird ein Kampf ums Überleben …

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, ich hatte keine besonders hohen Erwartungen an diesen Jugendthriller, nachdem ich ein paar negative Rezensionen gelesen hatte. Umso überraschter war ich, dass Frau Herrmann mich von der ersten Seite an in ihren Bann schlagen konnte. Ich klebte geradezu an den Seiten und habe das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen, weil ich dermaßen von dieser verstörenden Geschichte gefesselt war. Die Autorin versteht es, ein beklemmendes Szenario zu entwerfen und den Leser ganz tief hineinzuziehen. Es gibt viele wirklich atemberaubende, gruselige, nervenaufreibenede und überraschende Szenen, die ich für das empfohlene Alter von 14 Jahren schon etwas grenzwertig finde, aber nach oben sind dem Lesealter keine Grenzen gesetzt.

Dabei ist die Grundidee gar nicht mal neu: Ein paar junge Leute in der Wildnis, abgeschnitten von der Zivilisation, ohne Handyempfang oder gar Internet. Elisabeth Herrmann hat dieses Szenario aber gewaltig aufgepeppt und eine alte Windmühle in die Landschaft gestellt, die der Gruppe als Unterkunft dient.

Die Clique von damals ist heute ganz anders, als Lana sie in Erinnerung hat. Schon bald merkt sie, dass etwas vorgefallen sein muss, was die ehemaligen Freunde gespalten hat. Sie behandeln einander alles andere als freundschaftlich, sondern zicken rum oder reden schlecht über die anderen hinter deren Rücken. Als einer von ihnen spurlos verschwindet, denken sie erst mal an einen Streich. Doch es gibt immer wieder Hinweise, dass das Verschwinden des Einen und der Tod des Nächsten mit der Vergangenheit zu tun haben muss. Was ist damals nur passiert? Sämtliche Mitglieder der Clique weigern sich beharrlich, Lana einzuweihen. Es passieren schreckliche Dinge und sie sind alle in größter Gefahr. Lana weiß bald überhaupt nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Hängt einer von der Clique mit drin? Hat gar Johnny seine Finger im Spiel und ist sein Krankenhausaufenthalt nur fingiert?

Hier gelingt es der Autorin sehr gut, Verwirrung zu stiften. Viele Vorkommnisse erscheinen unklar. Hat Lana wirklich gesehen, was sie zu sehen meinte? Oder haben die schlechten Sichtverhältnisse ihr einen Streich gespielt? Stimmt es, was das eine Mädchen über das andere behauptet oder ist das wieder eine Lüge, wie sie Lana so oft aufgetischt werden? Wie kann es sein, dass ihr Widersacher offensichtlich über jeden ihrer Schritte bestens informiert ist und in der Mühle anscheinend ein und aus geht?

Mich konnte die Autorin immer wieder überraschen. Das fing bei bei den einzelnen Dingen an, die den jungen Leuten zustoßen, und geht hin bis zur Auflösung, wer dahintersteckt. Lediglich eins hat mich ein ganz klein wenig gestört, nämlich dass die Personen oft sehr naiv und dumm handeln. Zum Beispiel trennen sie sich immer wieder und schwächen die Gruppe so und machen sie angreifbarer. Da hätte ich sie manchmal ganz gerne geschüttelt. Allerdings wird es auch immer glaubwürdig erklärt, warum sie so handeln. Als unbeteiligter Außenstehender hat man natürlich immer gut reden. Aber wer weiß, wie man selbst in dieser Situation reagiert hätte?

Fazit:
Ein fesselnder und beklemmender (Jugend)-Thriller, der für ein paar nervenaufreibende Lesestunden sorgt. Spannend, überraschend und damit sehr empfehlenswert.

★★★★★

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7 Gedanken zu “Rezension zu „Die Mühle“ von Elisabeth Herrmann

  1. Ich fand das Buch auch megaspannend und es hat mich neugierig auf weitere Werke der Autorin gemacht. Genau wie du fand ich auch nicht alles ausgereift, so hat mich zum Beispiel gestört, dass sie nicht miteinander reden, sondern nur kopflos handeln. Klar, das war zum Teil der Dramaturgie geschuldet, aber besonders logisch war es nicht. Trotzdem will ich mich nicht daran hochziehen. Die grandiose Spannung hat das in meinen Augen wieder wett gemacht.

    Gefällt 1 Person

    • Hi 🙂
      Ja, es doof, dass die nicht miteinander reden. Wobei ich das aber auch irgendwie nachvollziehen kann. Lana gehört nicht dazu. Warum sollten sie ihr also ihr so lange gehütetes Geheimnis anvertrauen? Anfangs erkennen sie ja noch nicht den Ernst der Lage. Und dass die Gruppe sich ziemlich entzweit hat nach der damaligen Geschichte, wird ja schon deutlich. Dass es da auch in der jetzigen Situation Streitereien und nicht gerade ein vertrauensvolles Miteinander gibt, kann ich verstehen.

      Du solltest unbedingt weitere Bücher von Elisabeth Herrmann lesen. Ich habe fast alle gelesen – enttäuscht hat mich keines.

      LG Lilli

      Gefällt 1 Person

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