Rezension zu „Totenfang“ von Simon Beckett

fullsizeoutput_1a7eGebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: Wunderlich (14. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3805250016
Originaltitel: The Restless Dead
Preis: 22,95€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

 

Nicht wirklich ein Thriller, aber trotzdem gut

Inhalt:
Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter wird in die Backwaters in Essex gerufen. Hier, wo man kaum zwischen Wasser und Land unterscheiden kann, wird eine Leiche angespült, bei deren Bergung Hunter behilflich sein soll. Die Polizei vermutet, dass es sich um die Leiche des seit einigen Wochen verschwundenen Leo Villiers handelt. Doch Hunter äußert schon bald Zweifel an dieser Theorie, denn es taucht eine zweite Leiche auf …

Meine Meinung:
„Totenfang“ ist der 5. Band der David Hunter-Reihe. Simon Beckett hat mehrere Anläufe gebraucht, bis er es schaffte, diesen Roman zu beenden. Dies schreibt er selbst in seinem Dankeswort in „Totenfang“. Dadurch erklärt sich auch die lange Zeit, die zwischen dem 4. und diesem Band liegt, nämlich fast 6 Jahre, während die vorherigen Bände im Abstand von 1 bis 2 Jahren erschienen sind.

Doch nicht nur in der Zeit unterscheidet sich dieser Roman von seinen Vorgängern, sondern auch im Tempo. Fast könnte man meinen, Beckett sei etwas müde geworden. Während ich die David Hunter-Reihe als hochspannend und atemberaubend in Erinnerung habe, musste ich hier meine Erwartungen drastisch zurückschrauben. Statt eines Thrillers bekommt man eher einen soliden Kriminalroman zu lesen. Ich persönlich finde das nicht tragisch, denn ich brauche nicht unbedingt den Thrill beim Lesen, aber man sollte ein Buch dann eben auch nicht als Thriller vermarkten. Eine gut ausgearbeitete Handlung hat dieser Roman aber allemal.

Simon Beckett nimmt sich sehr viel Zeit, um das Setting zu beschreiben und die beteiligten Charaktere einzuführen. Dies geschieht so detailliert, dass man sich wirklich alles gut vorstellen kann. Es passiert erst mal nicht allzu viel bzw. vieles ist schon passiert, bevor David Hunter überhaupt auf den Plan tritt. Dadurch lässt die Spannung ein wenig zu wünschen übrig, und zwar etwa die ersten 350 Seiten lang. Ab da geht es dann aber stramm aufwärts. Es kommt richtig Fahrt ins Geschehen und die Ereignisse überschlagen sich fast. Nun gibt es auch einige hochspannende Situationen, die unser Held meistern muss.

Dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint, ist bei Beckett schon fast selbstverständlich. So kann er den Leser mit der ein oder anderen unvorhergesehenen Wendung immer wieder überraschen. Nachdem es eine ganze Reihe von losen Fäden in der Geschichte gab, hatte ich schon die Befürchtung, dass einiges davon vielleicht offen bleiben könnte. Aber nein! Beckett löst alles haarklein auf, sodass am Ende keine Frage unbeantwortet bleibt. So muss es sein!

Fazit:
Nicht wirklich Simon Becketts Meisterwerk, kein atemberaubender Thriller, aber doch ein solider Kriminalroman und eine ganz gut gelungene Fortsetzung der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter. Ich bin gespannt auf den nächsten Band.

Die David Hunter-Reihe:
1. Die Chemie des Todes
2. Kalte Asche
3. Leichenblässe
4. Verwesung
5. Totenfang

★★★★☆

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2 Gedanken zu “Rezension zu „Totenfang“ von Simon Beckett

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