Rezension zu „Interview mit einem Mörder“ von Bernhard Aichner

100_4823Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Haymon Verlag (20. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3709971338
Preis: 19,90€
auch als E-Book erhältlich

 

 

 

Mein erster Max Broll, aber sicher nicht mein letzter

Inhalt:
Bei der Eröffnung seines Würstelstandes wird auf Max Brolls besten Freund Baroni geschossen. Nur Max will den Täter gesehen haben, aber keiner glaubt ihm. So nimmt er die Sache selbst in die Hand und verfolgt den harmlos wirkenden älteren Herrn nach Italien und weiter auf ein Kreuzfahrtschiff.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 4. Band um den Totengräber Max Broll. Ich kenne die ersten drei noch nicht, hatte aber zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir irgendwelche Kenntnisse für das Verständnis fehlen würden. Man kann diesen Kriminalroman also gut für sich lesen.

Es gibt zwei Gruppen von Lesern. Die einen mögen den Schreibstil von Bernhard Aichner, die anderen nicht. Zu welcher Gruppe man selbst zählt, lässt sich am besten anhand der Leseprobe erfahren.

Ich gehöre ganz klar zur ersten Fraktion. Mich kann dieser Autor immer wieder begeistern mit seinen kurzen, knackigen Sätzen und seinen „Bindestrich-Dialogen“. Hier ist kein Wort zu viel. Man konzentriert sich auf das Wesentliche. Der Schreibstil wirkt dadurch zwar relativ nüchtern, man kann aber trotzdem sehr viel herauslesen.

Auch die Charaktere konnten mich schnell für sich einnehmen. Max Broll, der Totengräber, ist schon ein bisschen schräg drauf, aber sympathisch schräg. Und loyal. Und mutig. Der heimliche Held in diesem Roman ist aber der neue Dorfpfarrer Akofa auf Afrika, wenn er auch nur kurze Auftritte hat. Aber die haben es in sich.

Die Handlung startet gemächlich, kommt aber bald schon mächtig in Schwung. Die letzten 100 Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so gefesselt war ich. Aichner hat es geschafft, mich lange Zeit im Unklaren zu lassen, wem ich mein Vertrauen schenken sollte. Der ein oder andere wirkt ein bisschen undurchsichtig, und auch Max macht zuweilen einen etwas wirren Eindruck, sodass man nie weiß, ob er sich das alles nur einbildet, oder ob da tatsächlich jemand ein fieses Spiel mit ihm treibt. Immer wieder gelingt es Bernhard Aichner, den Leser zu überraschen. Das Blatt wendet sich ständig. Und oftmals gibt es auch ziemlich humorvolle Szenen. Hier muss man einfach still in sich hinein grinsen.

Etwas ärgerlich finde ich die vielen freien Seiten zwischen den einzelnen Kapiteln. Hier könnte man jede Menge Baum sparen.

Fazit:
Wer einen außergewöhnlichen Schreibstil und außergewöhnliche Charaktere sucht und gewillt ist, sich auf beides einzulassen, wird seinen Spaß an diesem Krimi haben. Man sollte vielleicht nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, sondern sich einfach locker durch die Seiten treiben lassen.

Die Max-Broll-Reihe:
1. Die Schöne und der Tod
2. Für immer tot
3. Leichenspiele
4. Interview mit einem Mörder

★★★★★

Der Haymon Verlag hat mir für die Leserunde auf LovelyBooks ein Freiexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank!

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2 Gedanken zu “Rezension zu „Interview mit einem Mörder“ von Bernhard Aichner

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