Rezension zu „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ von Estelle Laure

100_4704Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: FISCHER KJB (10. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737353267
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: This Raging Light
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

Berührende Geschichte, aber etwas klischeelastig

Inhalt:
Lucille ist gerade mal 17 Jahre alt, als ihre Mutter sie mit ihrer neunjährigen Schwester Wren allein lässt. Der Vater ist schon vor Monaten von der Bildfläche verschwunden. Die Kinder verheimlichen, dass ihre Eltern weg sind und versuchen, ihr Leben so normal wie möglich weiterzuführen, was natürlich nicht einfach ist. Dass Lucille ausgerechnet noch in den Zwillingsbruder ihrer besten Freundin Eden verliebt ist, macht die Sache nicht einfacher, denn Digby ist seit Jahren mit Elaine zusammen.

Meine Meinung:
Ich muss sagen, bei dem Titel hatte ich mir eine glücklichere Geschichte vorgestellt. Aber das Glück kommt hier recht wenig zu Wort, das Schicksal dafür umso mehr. Es passieren so viele schlimme Dinge, und nicht mal die Liebesgeschichte ist glücklich. So ist natürlich auch die Grundstimmung der Erzählung eher düster. Mit der Dramatik hat es die Autorin ein wenig übertrieben – hier wäre weniger mehr gewesen.

Lucille erzählt in der Ich-Form. Dadurch fiel es mir sehr leicht, mich mit ihr zu identifizieren und ihre Handlungsweise nachzuvollziehen. Man erfährt ihre Gedanken und bis zu einem gewissen Maß ihre Gefühle. Letztere sind für meinen Geschmack leider etwas dünn gesät. So wirkt die Geschichte auch nicht unbedingt besonders tiefgründig. Hier hätte man eindeutig mehr aus der Idee herausholen können. Gerade die Szenen, in denen die Liebesgeschichte eine Rolle spielt, sind leider auch voll von Klischees.

Aber ansonsten hat mir der Schreibstil ganz gut gefallen. Das Buch lässt sich flott und flüssig lesen. Ich mochte Lucille und Wren sehr. Wren ist einerseits sehr reif für ihr Alter, zeigt aber auch immer wieder ganz kindliche Seiten. Ähnlich ist es mit Lucille. Auch sie wirkt recht reif – kein Wunder, denn wahrscheinlich musste sie auch schon viel Verantwortung übernehmen, als die Eltern noch da waren. Doch im nächsten Moment ist sie auch wieder sehr verletzlich und schlichtweg so überfordert, wie man es von einer Siebzehnjährigen in dieser Situation erwartet.

Warum Eden und Digby so handeln, wie sie es tun, habe ich nicht immer verstanden. Hier gab es einige Stellen, wo ich die beiden am liebsten mal ordentlich zusammengefaltet hätte.

Das Ende kam für mich dann etwas zu abrupt. Ich hätte es schön gefunden, wenn Estelle Laure noch einige Seiten mehr zu Papier gebracht und nicht alles Weitere der Fantasie der Leser überlassen hätte. So schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen und runde großzügig nach oben auf.

★★★★☆

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