Rezension zu „Die Geschichte der Baltimores“ von Joël Dicker

100_4503

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Piper (2. Mai 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492057646
Originaltitel: Le Livre de Baltimore
Preis: 24,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Joël Dicker – was für ein grandioser Erzähler!

Inhalt:
Saul Goldman lebt mit seiner Familie in Baltimore, ist reich und im Beruf erfolgreich. Sein Bruder Nathan hat es nicht so weit gebracht. Seine Familie führt ein eher durchschnittliches Leben in Montclair. Doch sein Sohn Marcus verbringt stets die Ferien bei seinen Cousins in Baltimore, wo die drei Jungs eine eingeschworene Gemeinschaft bilden. Marcus bewundert und beneidet seine reichen Verwandten. Doch später wird er erkennen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Meine Meinung:
Der Ich-Erzähler Marcus Goldman ist derselbe Protagonist wie in Joël Dickers erstem Roman „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“. Die Handlung baut aber nicht auf diesem auf, sodass man „Die Geschichte der Baltimores“ auch ohne Vorkenntnisse lesen kann.

Für mich war das vorliegende Werk das erste Buch dieses Autors, wird aber garantiert nicht das letzte bleiben, denn Joël Dicker hat mich mit Leichtigkeit von seinem Können überzeugt. Kaum hatte ich zu lesen begonnen, war ich auch schon ganz in die Geschichte dieses Familienclans vertieft. Joël Dicker versteht es wie kaum ein anderer, die Neugier des Lesers ständig anzustacheln und ihn mit kleinen Häppchen an Informationen zu versorgen, gerade so viel, um die nötige Spannung zu erhalten.

Schon gleich zu Beginn erfahren wir, dass es zu einer Katastrophe kommen wird. An diese Katastrophe arbeitet sich der Autor von zwei Seiten heran, einmal aus der Vergangenheit und einmal aus der Gegenwart. Zwischen beiden Zeitebenen wechselt die Erzählung ständig hin und her. Anfangs musste ich mich dabei höllisch konzentrieren, aber bald bereitete mir der Wechsel keine Probleme mehr.

Joël Dicker entblättert dabei Kapitel für Kapitel, Schicht für Schicht die Geschichte der Baltimores, also der Familie Goldman aus Baltimore. Dabei ist nichts so, wie es zunächst scheint. Marcus ist anfangs noch ein Kind und verklärt vieles, was er mit den Baltimores erlebt, bzw. durchschaut es einfach nicht. In der Gegenwart ist er Anfang dreißig, die Katastrophe liegt acht Jahre zurück und nach und nach erkennt er, wie es dazu gekommen ist.

Joël Dickers Roman besticht durch tiefgründige Charaktere, die man einfach mögen muss und die von einer enormen Leidenschaft und Liebe geprägt sind. Dicker beweist dabei eine sehr gute Beobachtungsgabe. Die Figuren erscheinen so plastisch, als würden sie neben einem stehen. Ich habe mit ihnen gebangt, geliebt und gelacht. Ich hatte Herzrasen beim Lesen und habe den Atem angehalten, so gefesselt war ich von dieser Geschichte.

Fazit:
Ein grandioser Roman über Familienbande, Freundschaft und Loyalität, über Liebe, Eifersucht und Neid und über das Glück, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Außergewöhnlich packend erzählt.

★★★★★

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Piper Verlag für das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s