Rezension zu „Infernale“ von Sophie Jordan

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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Loewe; Auflage: 1 (15. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3785581674
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: Uninvited
Preis: 17,95 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhÀltlich

Ein echter Pageturner!

Inhalt:
Davina Hamilton, genannt Davy, 17 Jahre alt, ist ein Wunderkind. Sie beherrscht mehrere Instrumente und gehört auch in der Schule zu den Allerbesten. Sie ist bei Freunden und Lehrern sehr beliebt und hat bereits eine Zulassung fĂŒr die berĂŒhmte New Yorker Juillard School in der Tasche. Sie trĂ€umt von einer Zukunft mit ihrem Freund Zac. Doch dann wird ihr Leben vollkommen umgekrempelt. Bei ihr wird HTS, auch das „Mördergen“ genannt, diagnostiziert. So schnell, wie sich ihre Freunde und die Gesellschaft von ihr abwenden, kann Davy gar nicht schauen 


Meine Meinung:
Die Frage, ob wir durch unsere Gene oder durch unsere Umwelt bestimmt werden, wurde schon oft diskutiert. Und so ist Sophie Jordans neues Werk auch sehr aktuell und interessant. In der beschriebenen Gesellschaft verbreitet sich HTS immer schneller – gleichzeitig steigt die KriminalitĂ€tsrate. Einerseits verstĂ€ndlich, dass HTS-TrĂ€ger von der Gesellschaft isoliert werden, bevor sie eine Bedrohung darstellen können. Doch trifft es dadurch natĂŒrlich auch sehr viele, die wohl nie in ihrem Leben auffĂ€llig geworden wĂ€ren. Man sieht es den Menschen einfach nicht an, wie sie sich tatsĂ€chlich entwickeln werden.

Davy muss nach einer behĂŒteten Kindheit und Jugend die Vorurteile der anderen am eigenen Leib erfahren. Sie wird fortan zusammen mit anderen HTS-TrĂ€gern unterrichtet und darf sich den „normalen“ SchĂŒlern nicht nĂ€hern. Dabei lĂ€sst uns die Autorin sehr gut in Davys Inneres blicken. Anfangs fĂŒrchtet sich Davy vor ihren neuen MitschĂŒlern mit HTS genauso, wie ihre alten Freunde sich jetzt vor ihr fĂŒrchten, sie erlebt die Vorurteile also von beiden Seiten. Gleichzeitig bekommt sie immer mehr Zweifel, ob sie aufgrund des Mördergens nicht doch zu Gewalt fĂ€hig ist, obwohl sie bisher immer lieb und nett war. Und natĂŒrlich wĂŒnscht sie sich trotz allem ihr altes Leben zurĂŒck oder zumindest neue Freunde, auf die sie sich verlassen kann.

Dieser Moment verdeutlicht mir, mehr als alles andere, wie sehr sich mein Leben gewandelt hat. Wenn du Hilfe brauchst, weil du in Schwierigkeiten steckst, und niemanden mehr anrufen kannst, dann bist du ganz unten angekommen. (S. 136)

Davys innere Zerrissenheit darzustellen, gelingt Jordan ausgesprochen gut. Dazu trÀgt sicher bei, dass der Roman aus Davys Sicht in der 1. Person im PrÀsens geschrieben ist. Dadurch wird man als Leser praktisch mitten hinein gezogen und kann sich super mit Davy identifizieren. Dies fÀllt einem auch deshalb leicht, weil Davy wirklich sympathisch wirkt und ihr ganzes Handeln gut nachvollziehbar ist.

Neben der Protagonistin gibt es noch einige wichtige andere Charaktere, die zwar nicht besonders viel Raum bekommen, aber trotzdem so plastisch dargestellt werden, dass man ein umfassendes Bild von ihnen bekommt.

Der Schreibstil passt einfach toll zur Handlung. Oft sind es kurze, knappe SĂ€tze, die Davys Gehetztheit, ihre Angst vor der Zukunft ausdrĂŒcken. Sie schaffen eine bedrohlich wirkende AtmosphĂ€re. Als Leser ließ ich mich von dieser Hetze anstecken und flog nur so durch die Seiten. Ich habe dieses Buch an einem einzigen Tag verschlungen, was fĂŒr mich schon ungewöhnlich ist. Aber ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen.

Am Ende, nachdem sich die Spannung fast bis ins UnertrĂ€gliche gesteigert hatte, konnte ich das Buch befriedigt zuklappen. Die Geschichte ist an einem Zwischenstopp angekommen und wird mit dem 2. Band „Infernale. Rhapsodie in Schwarz“ im Juli 2016 fortgesetzt.

★★★★★

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