Rezension zu „Mein Herz wird dich finden“ von Jessi Kirby

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Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (25. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737353526
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Things We Know by Heart
Preis: 16,99 €
auch als E-Book und Hörbuch erhältlich

Gefühlvolle Geschichte mit wenig Tiefgang

Inhalt:
Mia war 17, als ihre große Liebe Jacob bei einem Unfall ums Leben kam. Die Eltern haben seine Organe gespendet. Nun sind 400 Tage seit seinem Tod vergangen, doch Mia kann noch immer nicht loslassen. Sie will unbedingt den Empfänger von Jacobs Herz kennenlernen. Es ist Noah Thomas, der nichts davon ahnt, wer Mia ist. Wie das Schicksal so will, verlieben sich die beiden ineinander. Doch Noah will nichts mit den Angehörigen seines Spenders zu tun haben. Wie nur soll Mia ihm die Wahrheit beichten, ohne alles kaputt zu machen?

Meine Meinung:
Jessi Kirby hat sich mit dem Thema Organtransplantationen einer wichtigen Sache angenommen. Viele Menschen schrecken leider immer noch davor zurück, sich mit der Organspende einverstanden zu erklären. Im Bedarfsfall ist aber jeder froh, wenn er selbst ein fremdes Organ übernehmen kann. Oder etwa nicht? Für Noah ist es nicht so einfach, mit dem fremden Herzen zu leben in der Gewissheit, dass ein anderer Mensch sterben musste, damit er selbst leben kann.

Mir hat die Idee hinter dem Buch sehr gut gefallen, weshalb ich es auch unbedingt lesen wollte. Es gibt hier so viel Stoff zum Nachdenken und zum Diskutieren und Tiefschürfen. Doch leider hat die Autorin dieses Potenzial nicht ganz ausgeschöpft. Zwar ist das Buch wirklich schön und flott zu lesen, aber es kratzt nur ein bisschen an der Oberfläche. Dazu kommen einige kitschige (trotzdem schöne) Szenen und viele Klischees.

Noah war mir von Anfang an sehr sympathisch – er ist fast schon zu gut, fast ein Heiliger. Warum Mia sich in ihn verliebt, ist gut nachvollziehbar. Leider erfahren wir nur wenig über das, was Noah denkt und empfindet. Ich hätte es schön gefunden, wenn auch er einen Erzählpart gehabt hätte. Jessi Kirby hat sich aber für Mia als alleinige Ich-Erzählerin entschieden, und wir erleben dadurch alles aus ihrer Perspektive. Zuerst mochte ich Mia auch sehr gerne, aber irgendwann ging mir ihr Gejammer und ihre Zögerlichkeit dann doch auf die Nerven. Da hätte ich ihr gerne mal in den Hintern getreten, damit sie endlich in die Gänge kommt.

Der Schreibstil ist recht locker und jugendlich flott, meist kurze, einfach Sätze, die ein schnelles Tempo vorgeben. Vor jedem Kapitel gibt es ein Zitat oder eine Erklärung zum Thema „Herz“, die zum Teil wirklich schön oder interessant sind. Der Optik wegen wurden deshalb aber immer Seiten zwischen den Kapiteln freigelassen, was ich doof finde, denn so mancher Baum könnte noch leben, wenn man darauf verzichtet hätte. Noch besser wäre es allerdings gewesen, diese Seiten noch mit Text zu füllen, denn es gäbe noch viel mehr in dieser Geschichte zu erzählen.

Fazit:
Ein gefühlvolles Jugendbuch, das leider sein Potenzial nicht ganz ausschöpft, aber gut unterhält und auch zu Herzen geht. Für alle Fälle Taschentücher bereitlegen!

★★★★☆

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6 Gedanken zu “Rezension zu „Mein Herz wird dich finden“ von Jessi Kirby

  1. Letztes Jahr hatte ich eher das Gefühl, ich hätte den gesamten Verlag aufgekauft, aber dieses Jahr hast du recht. Der Gewinn reicht bestimmt für all meine Wunschbücher von Fischer 🙂

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