Rezension zu „Die Flut“ von Arno Strobel

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Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (21. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596198351
Preis: 9,99 €

Konnte mich fesseln, aber die Charaktere …

Inhalt:
Julia und ihr Freund Michael freuen sich, als sie von Michaels Arbeitskollegen Andreas in dessen Ferienhaus auf Amrum eingeladen werden. Sie wollen dort ein paar erholsame Tage verbringen. Doch schon bald stürzt die Urlaubsidylle in sich zusammen. In der Nähe am Strand wird die Leiche einer Frau gefunden, bis zum Hals im Sand eingegraben. Ihr Mann sitzt an einen Pfahl gefesselt daneben. Er musste hilflos mit ansehen, wie seine Frau in der Flut ertrank. Der Leiter der SoKo Flut, Kriminalhauptkommissar Harmsen, schießt sich schnell auf Michael als Tatverdächtigen ein …

Meine Meinung:
Wieder einmal ist es Arno Strobel gelungen, mich ein paar Stunden lang locker zu unterhalten. Zwar kommt die Handlung ein bisschen langsam in Fahrt, denn anfangs werden wir erst mal mit einigen Personen bekannt gemacht. Dabei waren mir Julia und Michael zuerst sehr sympathisch, ein nettes junges Paar, verliebt und irgendwie recht normal. Andreas und seine Frau wirken dagegen gleich unsympathisch, der eine arrogant, die andere schnippisch bis zum geht nicht mehr. Erst nach und nach erkennt man, was zwischen den beiden läuft.

Nach dem grausamen Mord wird die Kripo aus Flensburg gerufen, Kriminalhauptkommissar Harmsen und sein neuer Kollege Jochen Diedrichsen. Harmsens Art fand ich ziemlich unerträglich. So dürfte sich hoffentlich kein Polizist benehmen. Er ist schon sehr übertrieben dargestellt und nervte mich ziemlich. Auch Julia nervte im weiteren Verlauf immer mehr. Obwohl sich ein Serientäter draußen herumtreibt, geht sie mutterseelenallein am Strand spazieren und freundet sich mit einem Fremden an …

Die Perspektive wechselt immer wieder zwischen den vier Menschen im Ferienhaus und den Polizisten. Gelegentlich kommt auch der Täter kurz zu Wort und gibt uns Einblick in seine Beweggründe. So wird das Geschehen von verschiedenen Seiten beleuchtet und es ergibt sich schließlich ein stimmiges Gesamtbild.

Spannung ist zwar von Anfang an vorhanden, aber es hätte durchaus noch etwas mehr sein dürfen. Erst in der zweiten Hälfte kommt die Sache richtig in Schwung, und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Geschickt präsentiert uns Strobel schon früh einige Verdächtige, wobei er mich immer wieder auf eine falsche Spur lockte und ich öfter mal meinen Hauptverdächtigen wechselte. So hatte ich wirklich bis zum Schluss keine Ahnung, wer es nun tatsächlich war. Die Überraschung hat mich dann auch wieder ein bisschen mit den klischeehaften Charakteren versöhnt.

Fazit:
„Die Flut“ hat mich gut unterhalten, wenngleich der Thrill sich in Grenzen hält. Die Handlung ist gut durchdacht, doch leider nerven die Charaktere etwas. Die positiven Momente überwiegen auf jeden Fall.

★★★★☆

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