Rezension zu „Über den Dächern wir zwei“ von Angela Kirchner

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Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
Verlag: Oetinger 34 ein Imprint von Verlag Friedrich Oetinger (25. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3958821187
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 9,99 €

Eine tolle Neuentdeckung!

Inhalt:
Theo zieht sich gerne aufs Dach zurück, um nachzudenken, um einfach dem Alltag zu entfliehen. Bis vor drei Jahren hat ihm dabei seine Nachbarin und beste Freundin Mina gerne Gesellschaft geleistet. Aber dann ignorierte sie ihn plötzlich und ging ihm aus dem Weg, und nicht nur Theo, sondern auch ihren Mitschülern. Sie igelte sich in ihrem Schneckenhaus ein, um nicht mehr verletzt zu werden. Doch als Theos Bruder Mike einen Unfall hat, nimmt Mina all ihren Mut zusammen und wagt einen Schritt auf Theo zu …

Meine Meinung:
Angela Kirchner hat einen wunderschönen Schreibstil, so geschmeidig, dass das Lesen absolut mühelos geht. Ich hätte mich am liebsten in die Worte reingelegt. Wenn das Badewasser gewesen wäre, hätte man mich nicht mehr aus der Wanne bekommen. 😉 Ich mochte die bildhaften Beschreibungen. Ich mochte auch die leicht melancholische Stimmung. Und ich mochte die Protagonisten. Mina und Theo waren mir beide auf Anhieb sehr sympathisch. Ich konnte ihre Handlungsweisen absolut nachvollziehen, habe vieles davon auch selbst schon erlebt und getan. Auf mich wirkten sie hundertprozentig authentisch.

Grinsen musste ich immer, wenn Mina mal wieder etwas sagte und es im selben Moment noch bereute, weil sie damit alles nur noch schlimmer machte. Diese witzigen Szenen sorgen dafür, dass einen die Melancholie nicht runterzieht.

Als Leser erlebt man diese wundervolle Geschichte aus der Sicht der siebzehnjährigen Mina. Sie erzählt in der 1. Person Präsens. Man ist dadurch ganz nah an dieser Figur dran, bekommt ihre Gefühle und Gedanken, ihre Zweifel, ihre Unsicherheiten und ihre Hoffnungen hautnah mit. Und es ist so schön, mitzuerleben, wie es zwischen Mina und Theo knistert, auch wenn die beiden das selbst noch gar nicht merken.

Kleine Funken aus Ungeduld explodieren in seinen Augen. Ich ignoriere, wie attraktiv ihn das macht. (S. 108)

Ganz sachte entwickelt sich die Liebesgeschichte. Die beiden ergänzen sich so wunderbar und passen einfach gut zueinander. Theo hilft Mina, sich aus ihrer Abgeschiedenheit zu befreien. Und Mina steht Theo bei seinen familiären Problemen zur Seite.

Das Blau seiner Augen flammt auf, während er mich eindringlich mustert. Ich kann bis auf den Grund sehen. All sein Sarkasmus und sein schwarzer Humor sind aufgebraucht, die schützende Wolke aus Selbstsicherheit hängt in Fetzen herab. (S. 198)

Leider ist der Roman mit gut 200 Seiten ziemlich kurz – ich hätte gerne noch weitergelesen. Sicher hätte man die ein oder andere Szene noch ausbauen oder noch zusätzliche Szenen einbauen können, um die Geschichte etwas aufzublähen. Aber es ist auch so alles gesagt, und manchmal liegt eben in der Kürze die Würze.

Über das Ende kann man sich vielleicht streiten – für mich war es perfekt. Ich empfinde es als rund und abgeschlossen, auch wenn einige Fäden der Nebenhandlung nicht toterzählt wurden. Man kann sich leicht ausmalen, wie es weitergehen könnte.

Fazit:
„Über den Dächern wir zwei“ ist der Debütroman von Angela Kirchner. Sie hat damit mein Herz eingefangen und mich mit einer gefühlvollen Handlung und einem genialen Schreibstil vollkommen begeistert. Ich freue mich schon auf weitere Bücher dieser jungen Autorin.

★★★★★

Herzlichen Dank an Oetinger34 für das Rezensionsexemplar. Ich durfte das Buch in einer Leserunde auf LovelyBooks lesen.

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