Rezension zu „Alles was ich bin“ von Anna Funder

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Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596193288
Originaltitel: All that I am
Preis: 9,99 €

Eine gelungene Kombination von Fakten und Fiktion

Dieser Roman beruht auf langen Gesprächen der Autorin mit Ruth Blatt (im Roman Ruth Becker bzw. Ruth Wesemann), der Cousine und engen Freundin Dora Fabians. Dora Fabian wiederum war die Sekretärin und zeitweise Geliebte des berühmten Schriftstellers und Revolutionärs Ernst Toller und wie er und auch Ruth im Widerstand gegen die Nazis aktiv. Im vorliegenden Buch geht es vor allem um diese drei Persönlichkeiten. Dabei hat die Autorin Anna Funder historische und biografische Tatsachen geschickt mit Fiktion verbunden, sodass ein authentischer und gut lesbarer Roman entstanden ist.

Dabei ist Dora Fabian die tragende Figur. Zwar wird abwechselnd aus den Perspektiven von Ernst Toller und Ruth Becker erzählt, doch im Mittelpunkt von deren Erzählungen steht fast immer Dora. Sie ist diejenige, die die anderen zusammenhält, die den Überblick hat, die grandiosen Mut beweist.

Sprachlich ist der Roman hervorragend. Die Atmosphäre der 1930er Jahre lebt dadurch in einer einzigartigen Weise auf, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich muss zugeben, ich bin geschichtlich nicht besonders interessiert, aber Anna Funder konnte mich fesseln und mir diese schlimme Zeit der deutschen Geschichte nahebringen, indem sie mich dicht an der Seite der Protagonisten durch die Handlung führte.

Mit den Perspektivwechseln hatte ich zuweilen leider meine Probleme – es waren mir einfach zu viele und teilweise zu abrupte Wechsel. Funder springt von Toller zu Ruth, von der Gegenwart in die Vergangenheit, und in der Vergangenheit auch wieder in verschiedene Zeiten. Oft brauchte ich nach einem Wechsel einige Zeit, um mich beim Lesen wieder zurechtzufinden. Manche Teile der Erzählung hätte man vielleicht auch ein wenig straffen können.

Fazit:
Ein wichtiger und lesenswerter Roman, der dem Leser den deutschen Widerstand und die brutale Vorgehensweise der Nazis vermittelt, dabei aber die Einzelpersonen und -schicksale hervorhebt.

★★★★☆

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