Rezension zu „Das Geheimnis der Queenie Hennessy – Der nie abgeschickte Brief an Harold Fry“ von Rachel Joyce

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Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030699
Originaltitel: The Love Song of Miss Queenie Hennessy
Preis: 9,99 €

Rückblick auf eine besondere Liebe und ein ungewöhnliches Leben

Als Hardcover-Ausgabe erschien das Buch 2014 unter dem Titel „Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry“ mit dem Untertitel „Das Geheimnis der Queenie Hennessy“. Bei der Taschenbuch-Ausgabe wurden nun quasi Haupt- und Untertitel einfach vertauscht, warum auch immer.

Vom Verlag wird dieses Buch als Nachfolgeband zu „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ bezeichnet. In gewisser Weise ist es das auch. Man muss das erste Buch aber nicht kennen, um das zweite zu verstehen.

Ich habe die Pilgerreise vor drei Jahren gelesen und kann mich kaum noch erinnern. Nur so viel: Harold bekommt einen Brief von seiner ehemaligen Kollegin, in dem sie sich von ihm verabschiedet, da sie todkrank ist. Spontan macht Harold Fry sich zu Fuß auf den Weg quer durch ganz England, um Queenie Hennessy noch einmal zu sehen. Dabei erlebt er die wunderbarsten Dinge. Und er schickt Queenie eine Botschaft, in der er sie bittet, auf ihn zu warten. Genau dies wird hier im zweiten Buch auch noch einmal wiederholt.

Während sich die Pilgerreise ganz um Harold Fry drehte, lesen wir nun, was Queenie Hennessy eigentlich mit Harold Fry verbindet, außer dass sie in derselben Firma gearbeitet haben. Queenie war damals in Harold verliebt und liebt ihn bis heute. Sie hat ihm nie etwas davon gesagt, denn Harold ist verheiratet und hat einen Sohn. Obwohl Queenie sich eigentlich damit begnügen wollte, Harold aus der Entfernung zu lieben, machte ihr das Leben einen Strich durch die Rechnung und konfrontierte sie mit Komplikationen.

Während Queenie nun im Hospiz auf Harold wartet, schreibt sie ihm einen langen Brief, in dem sie ihm ihre Gefühle darlegt, in dem sie ein Geständnis macht und ihre Schuld bekennt. Ein Leben lang hat sie sich damit gequält, nun schreibt sie sich alles von der Seele. Nebenbei erzählt sie auch von den anderen Hospiz-Patienten, von den Nonnen und den Betreuern. Mit einer genauen Beobachtungsgabe und viel Einfühlungsvermögen werden die Charaktere zum Leben erweckt. Viele der Patienten begleiten wir, bis der Bestatter sie abholt. So ist die Geschichte einerseits immer wieder sehr traurig, auf der anderen Seite gibt sie aber auch Hoffnung. Besonders schön fand ich die folgende Aussage:

Der Himmel und die Sonne sind immer da. Was kommt und geht, sind die Wolken. (S. 199)

Eigentlich hat mir das Buch sehr gut gefallen. Allerdings war es mir an manchen Stellen zu langatmig. Auch gab es immer wieder Wiederholungen, die nicht nötig gewesen wären.

Der Schluss brachte eine überraschende Wende, was ich toll fand, auch wenn es mir nicht ganz logisch erschien.

★★★★☆

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