Rezension zu „Faserland“ von Christian Kracht

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Taschenbuch: 176 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (22. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596185320
Preis: 8,99 €

Ein Roman, der polarisiert

Ein namenloser Ich-Erzähler reist durch Deutschland bis in die Schweiz, von Nord nach Süd. Sylt – Hamburg – Frankfurt – Heidelberg – München – Meersburg – Zürich. Das sind die Stationen, doch sie sind größtenteils austauschbar. Dabei gibt der reiche junge Mann sich zum Teil mit Freunden ab, erkennt dann wieder, dass es eigentlich gar keine Freundschaft ist, die sie verbindet, dass er selbst auch nicht zur Freundschaft fähig ist und die anderen ebensowenig. Es klingt an, dass das ganze Land irgendwie verkommen ist.

Mich konnte der Roman leider nicht wirklich erreichen. Der Ich-Erzähler konnte mich überhaupt nicht für sich einnehmen. Er befand sich – überspitzt gesagt – in einem Kreislauf von Saufen, Rauchen, Kotzen und wahlweise ins Bett oder in die Hose kacken und dann wieder von vorne. Dabei lamentiert er über die Gesellschaft, wobei man vieles zwischen den Zeilen herauszerren muss. Sicherlich ist mir auf diesem Weg vieles entgangen, was mir der Autor sagen wollte.

Als Schullektüre mit einem geeigneten Lehrer mag das Buch angehen, denn hier kann man wirklich munter drauf los spekulieren und interpretieren. Sicher wird jeder Schüler etwas anderes sehen und zusammen wird die Klasse ein vollständigeres Bild zusammenpuzzeln als mir das möglich ist.

Dabei muss ich sagen, dass mir schon der Sprachstil nicht gefallen hat. Wenn in einer so saloppen Art erzählt wird, empfinde ich das immer als sehr mühsam.

Nach einer halben Stunde habe ich wieder abgeschaltet, weil der Film so unerträglich war. Ich meine, da passierte überhaupt nichts. Die Kamera ist über so Landschaften rübergefahren, und alles lief beschleunigt ab, und im Grunde war der Film nichts anderes als ein ellenlanges, endlos dröges Musikvideo. Kaum zu glauben, dass sich jemand im Ernst so etwas zwei Stunden lang ansieht. (S. 117)

Wenn man diese Textstelle von Film auf Buch umarbeitet, hat der Autor meine Gefühle beim Lesen dieses Buches witzigerweise ganz gut getroffen. 😉

★★★☆☆

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2 Gedanken zu “Rezension zu „Faserland“ von Christian Kracht

    • Im Schnitt lese ich so um die 15 Bücher im Monat. In letzter Zeit waren aber ein paar recht dünne dabei oder halt Jugendbücher, die sich schnell lassen. Deswegen sieht das jetzt nach mehr aus. 😉

      Liebe Grüße
      Lilli

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