Rezension zu „Zwischenlandung“ von Tobias Elsäßer

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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 14,99 €

Ich hatte mir bei dieser Thematik mehr Emotionen erwartet

Inhalt:
Gregor, sein älterer Bruder Mathis und Mira sind „Blutsbrüder“ von kleinauf. Ihre Freundschaft hat einen Knacks bekommen, als Gregor plötzlich ganz andere Gefühle für Mira entwickelte, diese aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhten. Gerade in dem Moment, als Gregor eine Möglichkeit sieht, Mira doch noch von sich zu überzeugen, wird er von einem Golfball am Kopf getroffen und ins Wachkoma befördert. Seine Eltern, Mathis und Mira pflegen ihn hingebungsvoll. Und Gregor kämpft um seine Rückkehr ins Leben.

Meine Meinung:
Verglichen wird dieser Jugendroman zum Beispiel mit „Solange du schläfst“ von Antje Szillat. Allerdings besteht die Gemeinsamkeit vor allem im Thema „Koma“ bzw. „Wachkoma“ und natürlich „junge Liebe“. Während der Roman von Szillat mich zutiefst berührt hat, habe ich „Zwischenlandung“ als trivialer und weniger emotional empfunden.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen. Er ist jugendlich frisch und lässt sich flott lesen. Auch der Wechsel der Perspektiven zwischen Gregor und Mira, die beide in der Ich-Form erzählen, war sehr passend. Dass wir die Gedanken und Gefühle eines Wachkomapatienten zu lesen bekommen, ist schon etwas Besonderes. Es trauen sich eher weniger Autoren zu, in diese Patienten hineinzusehen. Ich hatte auch nicht unbedingt den Eindruck, dass Gregors Sicht besonders authentisch dargestellt wird, aber das muss ja auch nicht zwingend sein – es ist ja Fiktion. Man kann sich auf jeden Fall vorstellen, wie wirr und unvollständig es in Gregors Kopf zugeht, wie gerne er mit Mira reden möchte und ihr seine Liebe gestehen und wie es ihn belastet, dass kein Wort aus seinem Mund kommt und er nicht mal willentlich blinzeln kann, um ein Lebenszeichen von sich zu geben.

Die Charaktere Gregor und Mira sind sehr gut ausgearbeitet. Im Laufe des Buches kann man sich allmählich ein gutes Bild von ihnen machen. Auch wenn Gregor nicht immer sympathisch erscheint, werden seine seltsam wirkenden Handlungen doch plausibel erklärt, sodass man trotzdem Verständnis für ihn entwickeln kann. Die Figur des Mathis ist mir leider es zu farblos geblieben.

Nachdem die Handlung erst ganz langsam voranschreitet, geht es zum Schluss plötzlich sehr schnell. Das hat mich etwas gestört. Wahrscheinlich hätte es mich aber auch gestört, wenn der Autor hier noch ewig drum herum geschrieben hätte. Dann hätte eine gewisse Szene wohl an Wirkung verloren. Trotzdem habe ich am Ende das Buch nicht ganz zufrieden weggelegt.

Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen, runde daher wohlwollend auf 4 auf.

★★★★☆

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