Rezension zu „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

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Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 4 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596197804
Originaltitel: En man som heter Ove
Preis: 9,99 €

Ein Plädoyer für Toleranz und freundschaftliches Miteinander

Inhalt:
Erst vor wenigen Monaten ist Oves geliebte Frau Sonja gestorben. Nun wird der 59-Jährige auch noch wegrationalisiert und findet sich an einem gewöhnlichen Werktag zu Hause wieder. Da können einem schon mal Selbstmordgedanken kommen. Doch glücklicherweise kommen hier ein paar Zufälle ins Spiel, die Oves Absichten ein Bein stellen, z.B. in Form der quirligen neuen Nachbarin Parvaneh und ihrer Familie …

Meine Meinung:
Ich hatte damals zuerst die Leseprobe bei vorablesen gelesen. Diese konnte mich aber nicht überzeugen, sodass ich mich gar nicht für dieses Buch bewarb. Den ständig nur grummelnden und motzenden Ove fand ich einfach nur blöd, und auch der Schreibstil hat mich nicht vom Hocker gerissen. Nachdem es inzwischen aber so viele positive Rezensionen gibt, wollte ich Ove doch noch eine Chance geben. Ich habe es nicht bereut!

Bereits nach den ersten 50 Seiten war ich von dem Buch begeistert. Klar, der Schreibstil wirkt immer noch recht einfach, doch jetzt habe ich kapiert, dass er genau dadurch super zu unserem Antihelden Ove passt, der eigentlich auch ein eher einfach gestrickter Mann ist. Für ihn gibt es nicht viel Wichtiges im Leben: seine Frau, seine Automarke und die Einhaltung von Regeln.

Ove fand nicht, dass er ein hoffnungsloser Fall war. Er fand nur, dass ein bisschen Ordnung herrschen sollte.
Oves Meinung nach geht man nicht so durchs Leben, als wäre alles austauschbar. Als wäre Loyalität nichts wert. Heutzutage erneuern die Leute ihre Sachen so schnell, dass all das Wissen, darüber, wie man Dinge herstellt, die halten, völlig überflüssig geworden ist. (S.95)

Ohne seine Sonja, die der Welt und ihren Neuerungen gegenüber wesentlich offener war, wirkt Ove verloren. Doch spätestens mit dem Einzug der neuen Nachbarn ändert sich das. Parvaneh ist so unbeschwert und offen und weiß den alten Griesgram zu nehmen und auch entsprechend zu manipulieren. Ein wenig erinnert sie in ihrer Art wohl an Sonja.

Es geschehen so viele Dinge, über die man schmunzeln kann und die einen tief berühren, die einfach zu Herzen gehen. Man muss sich nur auf die Charaktere einlassen und sie nicht von vornherein verurteilen und abstempeln. Dann wird man eine tiefgründige Geschichte lesen, die auch zwischen den Zeilen so viel zu bieten hat.

Dabei sollte man aber nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Vieles, was passiert, ist doch sehr unwahrscheinlich. Die Figuren strotzen vor Klischees und einiges ist auch vorhersehbar. Doch was der Autor uns (vielleicht) erzählen will, ist trotz allem eine ganz großartige Geschichte, die für ein liebevolles Miteinander und Toleranz gegenüber anderen wirbt.

★★★★★

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