Rezension zu „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem IKEA-Schrank feststeckte“ von Romain Puértolas

100_3849

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596030286
Originaltitel: L’extraordinaire voyage du fakir qui était resté coincé dans une armoire Ikea
Preis: 9,99 €

Humor und Ernst in einer verrückten Geschichte

Inhalt:
Der Fakir Ayarajmushee reist von Indien nach Paris, um bei IKEA ein neues Nagelbett zu erstehen. Plötzlich findet er sich in einem Schrank wieder, der dummerweise verschickt wird. Adjö Nagelbett, hallo Europa! Es verschlägt den Inder immer wieder in ein anderes Land, er lernt die verschiedensten Menschen kennen und wird schließlich selbst ein besserer Mensch.

Meine Meinung:
Anfangs konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Es schien mir erzwungen komisch, und ich konnte über die wenigsten Gags lachen. Penetrant fand ich die Verballhornung der indischen Namen, die im Deutschen nicht immer glücklich war, z.B. „Diring Yogoor (sprich Trinkjoghurt)“ (S. 22). Besser war da schon „Kishloorayin (sprich Quiche Lorraine)“ (S. 22).

Auch die Ereignisse, die unserem Fakir, der eigentlich ein Trickser ist und gar kein echter Fakir, widerfahren, fand ich nicht so witzig bzw. nicht besonders witzig erzählt. Nach der Wende in dem Buch, nämlich in dem Moment, wo die Reise des Inders eine unvorhergesehene Richtung nimmt, kommen weitere Aspekte hinzu. Hier wird es eigentlich ganz schön ernst, es sprudelt nur so vor Gesellschaftskritik, es geht um Flüchtlingspolitik und andere aktuelle Themen, wenngleich die Verpackung immer noch humorvoll ist. So langsam hatte ich mich wohl auch mit dem Humor angefreundet, denn je weiter ich las, desto mehr konnte ich schmunzeln. Vielleicht lag es aber auch daran, dass mich der ernsthafte Inhalt mehr ansprach und ich deshalb wohlmeinender war.

Es ist ein Buch von der Art ähnlich dem Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg, aber ein ganz anderer Humor und eine andere Erzählweise. Mir hat das Kurze, Knappe fast besser gefallen als das Ausschweifende beim Hundertjährigen.

★★★★☆

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