Rezension zu „Rain. Das tödliche Element“ von Virginia Bergin

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Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 1 (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351553
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: The Rain 1
Preis: 16,99 €

Tolle Idee, viel Spannung, aber eine Protagonistin zum Abgewöhnen

Inhalt:
Ruby ist 15 und lebt mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater und ihrem kleinen Bruder in Dartbridge, England. Sie ist ein typischer Teenager. Ärger mit den Eltern bzw. dem Stiefvater ist an der Tagesordnung. Ansonsten dreht sich Rubys Leben hauptsächlich um Jungs, um Coolness und gutes Aussehen. Bis es eines Tages zur Katastrophe kommt. Es regnet, und der Regen enthält tödliche Bakterien aus dem Weltall. Wer damit in Berührung kommt, stirbt relativ schnell und qualvoll. Von heute auf morgen gibt es kein Trinkwasser mehr. Die Seuche ist hochgradig ansteckend. Ruby ist plötzlich auf sich allein gestellt, muss ums Überleben kämpfen und versucht, sich zu ihrem Vater nach London durchzuschlagen.

Meine Meinung:
Eigentlich hat mir „Rain. Das tödliche Element“ super gefallen … eigentlich. Wenn da nicht diese nervige Protagonistin Ruby gewesen wäre. Ruby ist eine Person, um die ich im richtigen Leben einen großen Bogen machen würde. Es hat den Anschein, als würde sie sich mit ihrem Stiefvater immer rein aus Prinzip anlegen. Daneben ist für sie am wichtigsten, dass sie gut aussieht oder von anderen für cool gehalten wird. Das mag ja noch angehen, wenn die Zeiten gut und normal sind. Aber wenn ich fast allein auf der Welt bin und vor Durst fast umkomme, habe ich doch andere Probleme, als mir die Haare zu färben und immer wieder das Make-up aufzufrischen, weil es ja sein könnte, dass doch ein Bekannter überlebt hat und mich auf der Straße erkennt. Und wenn der Regen so gefährlich ist und ich noch extra eingetrichtert bekomme, dass ich nachdenken soll, bevor ich etwas tue, dann schaue ich doch auf jeden Fall nach, ob es regnet, bevor ich das Haus verlasse. Ruby dagegen hat nur ihr Aussehen im Sinn. Sorry, aber so viel Oberflächlichkeit ist mir zu blöd.

Zum Glück erzählt Virginia Bergin aber so spannend und atmosphärisch dicht, dass ich Rubys unverständliches Verhalten schließlich weitgehend ausblenden konnte. Ich verfolgte die Geschichte wirklich gebannt und fieberte sogar mit Ruby mit. Sie ist ja zum Glück nicht wirklich unsympathisch, obwohl sie teilweise schon ziemlich arrogant wirkt. Mir hat auch ihre Entwicklung im Verlauf des Buches sehr gut gefallen. Sie wird um einiges reifer und verantwortungsbewusster.

Die Sprache wirkt sehr jugendlich und flapsig. Das passt einerseits natürlich zu einer fünfzehnjährigen Ich-Erzählerin, andererseits ist es etwas mühsam zu lesen, vor allem weil viele Wörter oder Sätze in Blockbuchstaben geschrieben sind, wenn Ruby etwas betonen will oder schreit. Dieses Mittel wird für meinen Geschmack etwas zu häufig eingesetzt. Gut gefallen hat mir dagegen die Idee, Fluch- und Schimpfwörter durch Schmetterlingszeichnungen zu ersetzen. Ich finde, gerade in Jugendbüchern gibt es im Allgemeinen viel zu viele Kraftausdrücke. Man kann sie sich zwar auch hier denken, aber es ist eben doch etwas anderes, wenn sie ausgeschrieben sind.

Das Buch endet mit einem kleinen Cliffhanger, der natürlich neugierig auf den 2. Band macht.

★★★★☆

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