Rezension zu „Liebes Leben“ von Alice Munro

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Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (23. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596520619
Originaltitel: Dear Life
Preis: 12,00 €

Mit gemischten Gefühlen gelesen

„Liebes Leben“ beinhaltet vierzehn Erzählungen, wovon die letzten vier stark autobiographisch geprägt sind, wie die Autorin selbst schreibt. Für mich waren es mit die schwächsten Geschichten in diesem Buch. Ihnen fehlt es doch ziemlich an Dramatik. Ich fand sie eher langweilig als spannend und besonders.

Auch die übrigen Erzählungen waren ziemlich durchwachsen. Während mich einige, zum Beispiel „Zug“ oder „Dolly“ wirklich in ihren Bann ziehen und begeistern konnten, habe ich mich durch andere mehr durchquälen müssen.

Die Erzählungen sind aus verschiedenen Leben gegriffen und befassen sich mal mit langen Lebensabschnitten, mal nur mit kurzen Ausschnitten. Oft spielt auch der Tod oder eine Krankheit eine große Rolle – schließlich gehört dies alles ja auch zum Leben.

Die Beschreibungen sind recht atmosphärisch. Man wird direkt in die jeweilige Zeit versetzt, aber die Handlung ist oft sehr unspektakulär. Nicht einmal die Sprache fand ich besonders gelungen, was möglicherweise aber auch an der Übersetzung liegt. Was von Kritikern gelobt wird, nämlich dass Munro erzählt, ohne auf Chronologie Wert zu legen, hat mir beim Lesen zuweilen Schwierigkeiten bereitet, weil die Zeitsprünge total unvermittelt kamen.

Wieder einmal habe ich mich nach dem Lesen gefragt, warum ein Autor den Nobelpreis und im Fall von Alice Munro auch noch viele andere Auszeichnungen bekommen hat.

★★★☆☆

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2 Gedanken zu “Rezension zu „Liebes Leben“ von Alice Munro

  1. Schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat. Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit gelesen und kann mich zumindest noch erinnern, dass ich die autobiographischen Erzählungen auch am schwächsten fand. Dafür haben mir wiederum die anderen Geschichten sehr gut gefallen. Mir gefällt allerdings auch einfach die Art, wie Alice Munro erzählt, und vor allem auch, was sie erzählt. Vieles wirkt auf den ersten Blick so normal, bis man dann auf einmal den Twist oder den dunklen, traurigen Unterton erkennt. Das ist genau was für mich. 😉 FALLS du jemals wieder Lust auf ihre Kurzgeschichten hast (wovon ich fast nicht ausgehe, nach deinem letzten Satz, aber versuchen kann ich es ja immer ^^), kann ich dir noch „Zu viel Glück“ empfehlen.

    LG, Cindy

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Cindy,
      ich glaube, Kurzgeschichten liegen mir allgemein nicht so.
      Aber danke für deinen Tipp. „Zu viel Glück“ hatte ich gestern in der Bücherei sogar in der Hand, konnte mich dann aber doch noch bremsen. 😉
      Aber im Grunde bin ich immer dafür, eine zweite Chance zu geben.
      LG Lilli

      Gefällt mir

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