Rezension zu „Tal der Herrlichkeiten“ von Anne Weber

u1_978-3-596-19373-8

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (26. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596193738
Preis: 9,99 €

Eine etwas andere Liebesgeschichte

Bis auf das Leben und seine zähe Konstitution hatte er so ziemlich alles, was man verlieren kann, verloren: Arbeit, Haus, Frau, Kind, Sparbücher, Haar. (S. 12)

So lernt der Leser Sperber kennen, einen Mann, der sich in die Bretagne zurückgezogen hat, vom Leben gebeutelt. Hier lebt er mehr schlecht als recht vor sich hin, bis, ja bis er eines schönes Tages einfach so auf der Straße von einer wunderschönen Fremden geküsst wird. Seine Reaktionen darauf sind zwiespältig. Da ist zum einen Ärger über diese Dreistigkeit, aber zum anderen geht Sperber das goldgelockte Haar der Schönen nicht mehr aus dem Sinn.

Er macht sich auf die Suche nach der Frau und findet sie schließlich in Paris, ein Zufall, wie er eigentlich gar nicht möglich ist. Und genauso unmöglich scheint das große Glück, das die beiden in den kommenden Tagen miteinander erleben, bis sie jäh wieder auseinandergerissen werden. Sperber flüchtet sich wieder in die Bretagne, am Boden zerstört. Mit einem letzten Aufbäumen versucht er, die Geliebte zurückzuholen.

Sperber fragte sich nicht, warum ihm ein Unbekannter einen Kaffee spendierte, aus einer Laune heraus oder vielleicht weil er ihn für einen Clochard hielt. Er saß und trank in kleinen Schlucken das heiße, stark gezuckerte Getränk. Aus hundertfünfzig Millionen Kilometer Entfernung wärmte ihn die Sonne: absichtslos, würden wohl die meisten unter uns vermuten, aber es ist nicht gesagt, dass sie es nicht aus Güte tat. (S. 143)

Ich hatte anfangs leichte Schwierigkeiten, in Anne Webers Roman hineinzufinden. Zu weit weg schienen mir die Figuren, die Stadt. Doch mit jeder Seite näherte ich mich immer mehr an und sah mich schließlich an der Seite der Autorin als Beobachterin zweier Menschen. Die Handlung an sich hat mich nicht besonders gefangen. Aber die Beschreibungen, die fast poetische Sprache haben mich schließlich doch sehr für den Roman eingenommen.

Fazit:
„Tal der Herrlichkeiten“ ist kein Buch, das man einfach so herunterliest. Man sollte sich Zeit dafür nehmen und vielleicht auch das ein oder andere Stichwort googeln, wie zum Beispiel den Dichter und Maler Max Jacob, der eine große Rolle für Sperber spielt.

★★★★☆

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