Rezension zu „Big Magic“ von Elizabeth Gilbert

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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (21. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596033706
Originaltitel: Big Magic
Preis: 14,99 €

Sorry, Ms Gilbert, aber das war nix!

Auszug aus dem Klappentext:
Mit BIG MAGIC schenkt uns die Autorin eine begeisternde Liebeserklärung an die Macht der Inspiration, die aus jedem von uns einen kreativen Menschen machen kann.
Warum nicht endlich einen Song aufnehmen, ein Restaurant eröffnen, ein Buch schreiben?
Elizabeth Gilbert vertraut uns die Geschichte ihres Lebens an – und hilft uns, endlich an uns selbst zu glauben.

Meine Meinung:
So magisch das Cover auch wirkt, dieses Buch konnte mich beim besten Willen nicht be- oder verzaubern.

Die Beschreibung des Buches hört sich für mich nach einem Ratgeber, gepaart mit autobiographischen Elementen, an. Ich hatte Tipps und Tricks erwartet, wie ich die gemäß der Autorin in jedem Menschen, also auch in mir, schlummernden kreativen Schätze heben kann. Die bekam ich leider nicht. Was ich aus dem Buch herausgezogen habe, ist Folgendes: Vertraue dir und deinen Fähigkeiten und mache das, was dir gefällt und was du für richtig hältst. Nur ist das für mich nichts Neues, das versuche ich schon immer. Auch sonst spart die Autorin leider nicht an Allgemeinplätzen (Wenn du nicht tun kannst, wonach du dich sehnst, tu einfach etwas anderes. S. 290) und vor allem auch nicht an Wiederholungen. Manche Dinge scheinen E. Gilbert so wichtig zu sein, dass sie sie alle paar Seiten wiederholt, zum Beispiel, welch ungeheuren Erfolg ihr Buch „Eat Pray Love“ hatte.

Der Untertitel „Nimm dein Leben in die Hand und es wird dir gelingen“ klingt ja ganz nett, aber leider gibt es auch hier von der Autorin keinerlei Hilfe, wie ich das anstellen soll. Mir scheint, die Voraussetzungen sind nicht für alle Menschen gleich, und viele haben einfach nicht die Möglichkeiten wie Elizabeth Gilbert und ihre Familie und Freunde. Dafür kann es die unterschiedlichsten Gründe geben, seien sie finanzieller oder anderer Art.

Ihre Thesen untermauert die Autorin mit Geschichtchen und Anekdoten von Freunden, Familie und bekannten Künstlern. Diese sind zum Teil ganz nett zu lesen, wirkten aber zuweilen auch etwas zusammengewürfelt auf mich.

Wird anfangs der Begriff der Kreativität noch sehr weit gefasst (siehe Klappentext: Eröffnung eines Restaurants), schwenkt der Fokus bald auf die schaffenden Künste ein, speziell die Schriftstellerei, und ganz speziell die Schriftstellerin Elizabeth Gilbert. Sie erklärt in diesem Buch selbst, dass sie nicht für ihre Leser schreibt, sondern für sich selbst. Dies merkt man leider auch sehr stark. Denn obwohl sie den Leser mit „du“ anspricht, geht sie überhaupt nicht auf seine Bedürfnisse ein, sondern erzählt nur aus ihrem eigenen Leben, ihren eigenen Erfahrungen. Manchmal hatte ich den Eindruck, sie hat dieses Buch geschrieben, um sich selbst Mut zu machen und bei der kreativen Stange zu halten.

Womit ich auch nichts anfangen konnte, waren ihre esoterischen Entgleisungen. Ich habe zwar schon viel Fantasie, aber Ideen sind für mich beim besten Willen keine kleinen Wesen mit einem eigenen Willen und Bewusstsein, die von Haus zu Haus hüpfen und sich einen Menschen aussuchen, der sie verwirklicht, wie Gilbert sie auf S. 45 beschreibt.

Ganz am Schluss erzählt Gilbert die beste ihrer Geschichten und bringt auf einer einzigen Seite das Wesentliche des Buches auf den Punkt. Abgesehen von den letzten 10 Seiten fand ich dieses Werk ziemlich enttäuschend. Für mich war es verlorene Lebens- und Lesezeit. Eine Leseempfehlung kann ich leider nicht aussprechen, ich wüsste nicht, für wen. Aber natürlich darf sich gerne jeder selbst eine eigene Meinung bilden 🙂

Trotzdem vielen Dank an den Fischer Verlag und LovelyBooks für das Rezensionsexemplar.

★★☆☆☆

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7 Gedanken zu “Rezension zu „Big Magic“ von Elizabeth Gilbert

  1. Hmm.. das Buch klingt ja nicht sehr vielversprechend. Bin ich froh, dass ich es doch nicht gekauft und gelesen habe. ^^ Aber ich kann allgemein mit so einem „Gerede“ leider nichts anfangen. Es ist mir zu wage und oberflächlich. Aber das Buch macht sich sicher schön in deinem Bücherregal. Die Gestaltung finde ich nämlich wunderschön. 🙂
    Liebe Grüße,
    Sarah

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  2. Da bin ich ja wirklich froh, dass ich mir das Buch nicht extra (für die Challenge) gekauft habe…
    Klingt ja wirklich maßlos enttäuschend und werde es dann wohl auch bleiben lassen. Schade eigentlich, denn sowohl Cover als auch Inhaltsangabe haben mich schon sehr neugierig gemacht…
    Danke für deine ehrliche Rezi 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Ich bin auch froh, dass ich das Buch für die Challenge gewonnen und kein Geld dafür zum Fenster raus geworfen habe. 😉

      Ich denke, der Verlag tut sich mit der Inhaltsangabe, die nicht dem Buch entspricht, keinen Gefallen. Denn so ist die Enttäuschung beim Leser mehr oder weniger vorprogrammiert.

      Liebe Grüße
      Lilli

      Gefällt 1 Person

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