Rezension von „Zwanzig Zeilen Liebe“ von Rowan Coleman

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Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Piper Paperback (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492060172
Originaltitel: We Are All Made of Stars
Preis: 14,99 €

Liebe und Tod – Bestandteile des Lebens

Inhalt:
Stella arbeitet als Nachtschwester in einem Hospiz. Hier kĂŒmmert sie sich rĂŒhrend um die todkranken Menschen. Dabei ist sie auf der Flucht vor ihrem eigenen Leben. Immer wieder wird sie von den HospizgĂ€sten gebeten, Briefe zu schreiben, in denen diese ihren Angehörigen oder Freunden noch ein paar letzte Worte mitteilen wollen.

Die junge Hope ist kurzzeitig auch in diesem Hospiz untergebracht. Sie leidet an Mukoviszidose, kann dem Tod aber noch einmal von der Schippe springen und beschließt, das Leben und die Liebe nun bei den Hörnern zu packen.

Hugh lebt allein und relativ zurĂŒckgezogen – bis die neue Nachbarin Sarah Kontakt zu ihm aufnimmt und ihn aus seinem Schneckenhaus holt.

Meine Meinung:
Vom DebĂŒtroman der Autorin „Einfach unvergesslich“ war ich einfach nur begeistert. Oft vergesse ich den Inhalt von Romanen schnell wieder, doch hieran kann ich mich nach einem Jahr immer noch recht gut erinnern, weil mir die Protagonistin Claire sehr nahe gekommen und mir ihr Schicksal sehr nahe gegangen ist.

„Zwanzig Zeilen Liebe“ ist sicher nicht schlecht, aber an den Erstling kommt das Buch in meinen Augen nicht heran. Die Protagonisten sind mir ein wenig fremd geblieben. Das ist ja auch nicht verwunderlich, ist der Roman doch in drei fast gleichwertige ErzĂ€hlstrĂ€nge aufgeteilt, die jeweils einen der Protagonisten beleuchten. Dadurch kann die einzelne ErzĂ€hlung nicht eine solche Tiefe erreichen, als wenn es sich nur um eine einzige Person handeln wĂŒrde.

Wir begleiten diese drei Menschen eine Woche lang, vorzugsweise in der Nacht. Die Perspektiven wechseln hĂ€ufig und werden noch von den eingestreuten Briefen, die Stella fĂŒr ihre GĂ€ste schreibt, unterbrochen, sodass mir das Ganze anfangs wie ein loses StĂŒckwerk vorkam. Zwar entstanden im Lauf der Zeit doch einige Querverbindungen, trotzdem wirkte die Geschichte auf mich nicht wie aus einem Guss. Je lĂ€nger ich las, desto mehr konnte ich aber den roten Faden in dem Roman entdecken, der sich nicht von Anfang an zeigen wollte. Wie der Titel schon sagt, geht es natĂŒrlich um die Liebe, und zwar um ganz viele verschiedene Arten von Liebe. Aber auch der Tod und seine allgegenwĂ€rtige Anwesenheit spielt eine sehr große Rolle.

„Man soll tapfer und munter sein, stark und ein Vorbild, trotzig und großherzig 
 aber das bin ich nicht, Stella. Ich bin nicht tapfer. Die ganze Zeit habe ich Angst. Ich bin traurig und wĂŒtend und will kein Vorbild sein. Ich will unsichtbar sein, wie du gesagt hast. Ich will nicht, dass das Leben mich ĂŒberhaupt bemerkt, denn wenn das Leben mich bemerkt, bemerkt mich auch der Tod.“ (Hope zu Stella, S. 108)

Rowan Colemans Schreibstil gefĂ€llt mir eigentlich sehr gut. Er ist wunderbar zu lesen und geht meistens direkt ins Herz. Es gibt ziemlich ergreifende Szenen. Manches ist aber auch nicht wirklich bis in mein Innerstes durchgedrungen, weil es mir etwas zu aufgesetzt erschien. Das konnte mich dann einfach nicht so berĂŒhren, wie es der Situation angemessen gewesen wĂ€re und wie ich es mir gewĂŒnscht hĂ€tte.

Sehr gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin nicht so bierernst schreibt. Oft blitzt eine Prise Humor durch, und man muss einfach ĂŒber gewisse Dinge lĂ€cheln oder auch schmunzeln und kann sich somit als Leser auch bei so ernsten Themen wie dem Tod ganz wohl fĂŒhlen.

Fazit:
Trotz einiger Abstriche empfehle ich dieses Buch gerne weiter. Es ist auf jeden Fall lesenswert und kann einige schöne Lesestunden bescheren.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Piper Verlag und Literaturschock.de fĂŒr das Rezensionsexemplar.

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