Rezension zu „How to Be Gay“ von James Dawson

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Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500924
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: This book is gay
Preis: 9,99 €

Der Titel ist Programm …

… und herrlich zweideutig. Denn „gay“ bedeutet zum einen „schwul“, zum anderen aber auch „fröhlich“. Und genau darum geht es dem Autor. Er will zeigen, dass es sehr gut möglich ist, ein fröhliches, glückliches Leben zu führen, obwohl oder weil man homosexuell oder auch transgender oder * ist. Wobei das Sternchen * für jede beliebige sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität steht. Dass man es dabei mit mehr oder auch anderen Schwierigkeiten zu tun hat als heterosexuelle Cismenschen, verschweigt er dabei aber nicht. Doch zeigt er zu allen Problemen auch gleich Lösungsmöglichkeiten. Mit einem Satz: Er macht jungen Menschen Mut, genau das Leben zu leben, das ihrer Identität entspricht und sich nicht in irgendwelche Schubladen pressen zu lassen, die nicht passen.

Das Buch richtet sich an junge Menschen, die sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung oder bezüglich ihrer Geschlechtsidentität noch unsicher sind bzw. nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Es richtet sich aber auch an deren soziales Umfeld, Freunde, Familie, Schule. Und natürlich richtet es sich an alle Menschen, egal ob homo oder hetero oder trans oder ganz anders, die sich für andere Menschen interessieren und einfach gerne mehr wissen wollen.

James Dawson ist Lehrer und homosexuell. Man merkt, dass er weiß, wovon er spricht. Und er trifft mit seiner lockeren Sprache und viel Humor den Nerv der Jugend. Nun fragt man sich vielleicht, wie denn ein männlicher Homosexueller für weibliche Homosexuelle oder Transsexuelle sprechen kann. Richtig – gar nicht! Und deshalb hat er viel recherchiert und viele verschiedene entsprechende Menschen befragt, die in diesem Buch zu Wort kommen und ihre Sicht schildern.

Bei vielen Kapiteln werden die Mitglieder der LGBT*-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans) gemeinsam betrachtet, zum Beispiel, wenn es ums Coming-out geht oder um Mobbing, denn dies betrifft alle gleichermaßen. Andere Dinge werden für jede Gruppe einzeln abgehandelt, zum Beispiel Sexualpraktiken, Beschreibungen der einzelnen Varianten.

Abgerundet wird das Buch durch eine Liste von hilfreichen Adressen, die man ganz am Ende findet.

LGBT*-Menschen sind in der Minderheit, aber deswegen sind sie noch lange nicht unnormal. Menschen mit blauen Augen sind auch in der Minderheit, aber halten wir sie deshalb für abartig? (S. 17)

★★★★★

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2 Gedanken zu “Rezension zu „How to Be Gay“ von James Dawson

  1. Schubladen denken ist wirklich ein böses Thema. Ich finde aber gut dass Transidentität und auch Bisexualität in diesem Buch vorkommen. Auch in der Schwulenszene sind diese Themen für manche ein Reizthema. Man wird halt nicht automatisch schwul, lesbisch, trans oder queer und tolerant geboren. Schade dass dies nicht so ist. Ich schreibe auf meinem Blog auch etwas über queere Themen. Auch über die Ausgrenzung von Transgendern etwa in der lesbischen Subkultur. Bei uns in Dortmund war das durchaus ein Thema. Allerdings gab es auch eine lesbische Transfrau im Vorstand des Schwulen- und Lesbenzentrums. Toleranz nach Außen zu fordern ist gut, aber Heteronormativität ist so mächtig dass auch Schwule und Lesben und auch der Rest der queeren community in verinnerlicht haben. Manche Diskussionen finde ich so ermündend und nervig, dennoch sind sie es wert geführt zu werden. Für uns selber und für eine glückliche und gerechte Gesellschaft. Viel Erfolg noch mit deinen Post über Bücher, lesen bildet und befreit.

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