Rezension zu „Das Jahr, in dem ich dich traf“ von Cecelia Ahern

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Broschiert: 384 Seiten
Preis: 14,99 €
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810501530
Originaltitel: The Year I Met You

Gewöhnungsbedürftig

Inhalt:
Jasmine ist in ihrem Beruf sehr erfolgreich, fast ein Workoholic, Sie ist 33, als sie ihren Job verliert und von heute auf morgen nichts mehr zu tun hat. Damit passt sie plötzlich wunderbar in ihre Straße, in der sonst nur gutbürgerliche Rentner wohnen, und der Nachbar gegenüber, Matt, ein Radiomoderator, den Jasmine auf den Tod nicht ausstehen kann. So beginnt sie, ihn zu beobachten, vor allem nachts, wenn er mal wieder besoffen randaliert. Ganz langsam entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen den beiden Außenseitern, die sie beide voranbringen wird.

Meine Meinung:
Die meisten Romane von Cecelia Ahern mochte ich wirklich sehr. Aber von „Das Jahr, in dem ich dich traf“ bin ich leider enttäuscht. Die Handlung zieht sich wie Kaugummi. Es gibt endlose Wiederholungen. Dabei habe ich wohl das meiste schon beim ersten Mal kapiert. Die Ich-Erzählerin Jasmine fand ich fast durchgehend nervig und unsympathisch. So was Arrogantes und Unreifes habe ich selten erlebt. Matt wirkt zwar auch nicht besonders sympathisch, aber die Psychospielchen, die er mit Jasmine treibt, sind ganz amüsant.

Jasmine wird für ein Jahr freigestellt, damit sie nicht für die Konkurrenz arbeiten kann. Gardening Leave nennt sich das. Zwar hat es mit Gärtnern nichts direkt zu tun, doch Jasmine nutzt die Zeit, um endlich einen Garten um ihr Haus herum anzulegen. Diesen kann man sich auch wirklich gut vorstellen, so detailliert, wie er zu allen Jahreszeiten beschrieben wird. Nur ist das eigentlich nicht das, was ich von diesem Roman erwartete.

Eine kleine Liebesgeschichte ist auch noch eingebaut, doch läuft sie dermaßen nebenher, dass es besser gewesen wäre, auf sie zu verzichten. Die Gefühle kamen bei mir überhaupt nicht an.

Ich kam mir während des Lesens aber sowieso sehr distanziert und ausgeschlossen vor. Denn Jasmine erzählt die Geschichte nicht mir, sondern Matt, den sie immer wieder mit „Sie“ anspricht. Das ist äußerst gewöhnungsbedürftig und hat mir gar nicht gefallen.

Sie verschwinden hinter dem Haus, und ich höre Sie, bevor ich Sie sehe. Als Sie wieder auftauchen, zerren Sie einen großen Holztisch für sechs Personen hinter sich her übers Gras. (S. 68)

Es gibt zwei Lichtblicke in diesem Roman. Das ist zum Einen Jasmines große Schwester, die ein ganz besonderer Mensch ist. Ihre Auftritte konnten mir praktisch jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Sie ist einfach ein herzensguter Mensch, der trotz eines Handycaps fester im Leben verwurzelt ist als Jasmine.

Das zweite Positive ist die Entwicklung der Protagonisten. Sie machen gewaltige Fortschritte, die außerdem recht glaubwürdig dargestellt werden.

Fazit:
Der Irish Independent schreibt: „Cecelia Ahern schreibt auf einer ganz neuen Flughöhe!“

Dem kann ich nur zustimmen und der Autorin raten, ganz schnell wieder auf die alte Höhe zu steigen 😉

★★★☆☆

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