Rezension zu „Weißer Zug nach Süden“ von Thommie Bayer

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Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Piper (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3492056106

Ich bedanke mich bei leserunden.de für die Organisation der Leserunde, bei Thommie Bayer für die Begleitung derselben und beim Piper Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wenig Seiten – viel Inhalt

Inhalt:
Die junge Deutsch-Italienerin Chiara hat Hals über Kopf ihre Familie in Castelnuovo verlassen und ist bei ihrer Freundin Leonie in Deutschland untergekommen. Leonie wiederum zieht es nach New York. So kommt es, dass Chiara in Leonies Haus lebt und deren Putzjobs übernimmt, ein Stück weit in deren Leben schlüpft. Sie entwickelt ihre eigenen Routinen, die ihr Sicherheit geben. Durch die Wohnungen, die sie putzt, lernt sie deren Bewohner kennen, auch wenn sie ihnen persönlich nie begegnet. Dabei haben es ihr besonders Herr Vorden und seine schöne Wohnung angetan. Ganz langsam entwickelt sich eine subtile Kommunikation zwischen den beiden. Hier ein Zettel, da eine Tafel Schokolade, schließlich Kurzgeschichten, in denen Chiara sich und ihr Leben wie auf magische Weise wiederfindet.

Meine Meinung:
Mit viel Empathie lässt Thommie Bayer den Leser an einer Episode in Chiaras Leben teilhaben. Auf wenigen Seiten zeichnet er ein dichtes Bild seiner Protagonistin, die ihren weiteren Lebensweg finden muss. Es sind die leisen Töne, die punktgenauen Beschreibungen, die mir an Bayers Schreibweise so gut gefallen. Jedes Wort ist sorgfältig ausgewählt und harmonisch mit den anderen kombiniert, hier ist nichts überflüssig. So gelingt es, auf wenigen Seiten so viel auszudrücken.

Möchte man anfangs unbedingt wissen, was in Chiaras Vergangenheit passiert ist, weshalb sie aus Italien geflüchtet ist, wird mit der Zeit diese faszinierende, kaum zu fassende Beziehung zu Vorden immer interessanter. Hier kann die Fantasie des Lesers auf Hochtouren arbeiten.

Mich hat das Buch von vorne bis hinten gefesselt, es hat mich auch zwischen zwei Leseabschnitten beschäftigt. Dabei war mir Chiara nicht einmal besonders sympathisch, einige ihrer Verhaltensweisen kann ich nicht gutheißen. Doch zu ihr passen sie, sie machen das Besondere dieser Figur aus.

Thommie Bayer hat mit diesem kleinen, aber feinen Buch wieder einmal gezeigt, was für ein großartiger Autor er ist.

★★★★★

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