Rezension zu „Unendlich wir“ von Amy Harmon

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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (2. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3863960803

Road Trip mit Tiefgang und Gefühl

Inhalt:
Bonnie Rae Shelby ist süße 21, erfolgreiche Countrysängerin, reich und berühmt. Aber sie will nicht mehr, kann nicht mehr so weitermachen. Zu belastend sind die Schatten der Vergangenheit.

Finn Clyde, 24, hat das Leben übel mitgespielt. Er ist auf dem Weg in eine neue Zukunft, als er Bonnie auf einer Brücke vor dem sicheren Tod rettet.

Die beiden tun sich wohl oder übel zusammen und machen sich auf zu einer Reise quer durch die USA, aber auch zu einer Reise zu ihrem innersten Ich.

Bonnie und Clyde – die Namen sind Programm, zumindest für die Presse, die die eigentlich harmlose Reise der beiden jungen Leute zu einer verbrecherischen Flucht hochputscht.

Meine Meinung:
Für mich gab es drei Gründe, dieses Buch zu lesen:

1. Die Geschichte des legendären Pärchens Bonnie und Clyde aus den 1930er Jahren fand ich schon immer faszinierend. Amy Harmon spielt immer wieder darauf an und führt interessante Fakten an.

2. Ich liebe Mathematik und Zahlen, Clyde ebenso. Deshalb gibt es in diesem Buch viele Zahlenspielchen und mathematische Probleme. Aber keine Angst: Man kann den Roman auch ohne jegliches mathematische Verständnis lesen.

3. Ich habe bereits „Vor uns das Leben“ von Amy Harmon gelesen und fand es sehr berührend. Nur war es mir viel zu kitschig und klischeelastig. Das ist „Unendlich wir“ zum Glück nicht, also berührend schon, aber nicht besonders kitschig und klischeelastig. Insofern fand ich es viel angenehmer zu lesen als den Vorgänger.

Die Perspektive wechselt immer wieder. Mal erzählt Bonnie in der Ich-Form, mal lesen wir Clydes Sicht durch einen personalen Erzähler. Beide Charaktere werden einem so sehr nahe gebracht. Man lernt sie wirklich gut kennen.

Mir waren beide Protagonisten schnell sympathisch, obwohl sie vom Charakter her so verschieden sind. Die Autorin versteht es aber, den Figuren Leben einzuhauchen und sie dreidimensional erscheinen zu lassen. Man kann ihre Handlungsweisen und Gefühle in der Regel problemlos nachvollziehen. Dass die beiden sich trotz anfänglicher Schwierigkeiten unweigerlich ineinander verlieben müssen, ist so klar wie Kloßbrühe, das geht gar nicht anders. Und es ist so wunderschön beschrieben.

Harmon zeigt schön auf, wie unbedacht gestreute Gerüchte und Vorurteile zu einer katastrophalen Lawine werden können.

Nur von Autopannen hat Amy Harmon wohl nicht so viel Ahnung. Sie lässt ihre Figuren ein fahrerloses Auto mit einem Seil abschleppen und 6 Stunden lang mit 70 km/h über den Highway brettern. In der Realität würde sich das abgeschleppte Fahrzeug spätestens in der ersten Kurve verselbstständigen. Und bei einem Reifenwechsel bittet Clyde Bonnie, sich ins aufgebockte Auto zu setzen. Das erscheint mir wenig sinnvoll bzw. gefährlich.

★★★★☆

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